Ansichten

Obstsäfte: Kraft aus der Natur und feine Partner zu Speisen

Geschrieben von: August F. Winkler

Tiefdunkelrot mit lila Schimmer fließt der Saft wie flüssige Seide ins Glas, wo er im Nu einen verheißungsvollen Duft verbreitet. Weinkenner nicken sich bei diesem Aroma bedeutungsvoll zu. Mit tiefem Nasenzug quittieren sie Cassis und wissen auch schon, welchem Gewächs der Wohlgeruch zuzuordnen ist: dem Cabernet Sauvignon, einem der großen klassischen Rotweine. Doch diesmal ist es kein Bordeaux, der die Seele genüßlich vor Anker gehen läßt, sondern ein Obstsaft, genauer: ein Nektar von der schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) aus der Privatkelterei van Nahmen vom Niederrhein, der mit seiner dicht gefügten und zugleich ziselierten Frucht sowie der feinen Säure-Süße-Balance die Sinne erfreut. Diese Geschmacksintensität ist kein Zufall, Dr. Peter van Nahmen schwört auf perfekt ausgereifte Früchte, die, wie die Trauben beim guten Winzer, per Hand selektiert werden, bevor sie in die Presse kommen.

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Gruß aus der Küche: Nippes oder Bereicherung?

Geschrieben von: August F. Winkler

Es steht auf keiner Speisekarte, wird nicht extra berechnet und hat sich – als Visitenkarte der Küche – zumal in der Spitzengastronomie zum gastronomischen Pflichtprogramm entwickelt, aber selbst in gutbürgerlichen Häusern wird es mittlerweile offeriert: das Amuse-gueule, auch Amuse-bouche genannt oder schlicht „Gruß aus der Küche“ beziehungsweise „Magentratzerl“ in bayerischen Gaststuben. Im besten Fall sind darunter kulinarische Kunststückerln zu verstehen, minimal in Form mundgerechter Happen portioniert und kündend von den Köstlichkeiten, die der Koch im Rahmen des darauf folgenden Menüs parat hält. Im Grunde ist das Amuse–bouche eine Zugabe mit Überraschungseffekt.

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Kunst der Jause: Genuß mit Leberwurst und Port

Geschrieben von: August F. Winkler

Wenn es im Palast der englischen Königin 17 Uhr schlägt und der Butler auf einem Teewagen den Darjeeling nebst Kandis und – in einem Silberkännchen in Form einer Kuh, einem kostbaren Erbstück – Milch serviert, gibt es dazu auf feinem Crown-Derby-Porzellan auch Haferkekse, Salate und Sandwiches mit den unvermeidlichen Gurkenscheiben. Das nennt man „High Tea".

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Frauen empfinden Weine besser als Männer

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Mann hatte jenen blasierten Blick, wie er Kamelen angeboren ist. „Weiber" näselte er, von dem bekannt ist, daß er geschmacklich nie über einen kleinen Beaujolais hinausgekommen ist, „Weiber verstehen nichts von Wein."

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Trink-Unkultur: Sinn und Unsinn von Blindproben

Geschrieben von: August F. Winkler

 Den Mann von Welt erkennt man nicht unbedingt mehr an seinen feinen Manieren, sondern an der lässigen Grandezza, mit der er sich ein paar Zentimeter daneben benimmt. Das Wiener Schnitzel spült er mit einem alten und entsprechend teuren Château Mouton-Rothschild hinunter und im Luxushotel fragt er als erstes, wo es denn hier aufs Klo gehe. Zum Repertoire dieses Angebers gehört auch die Art, die Namen großer Weine nebenbei fallenzulassen, ganz so wie andere beim Kuchenessen bröseln.

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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Gericht der Woche

Gratinierte Austern à la Tante Therese

Erzkonservative Austernfreunde verachten gegarte Austern als Barbarei. Gewiß...

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Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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