Gastrosophie

Leipziger Allerlei

Geschrieben von: August F. Winkler

Leipziger Allerlei: eine köstliche Ode an den Sommer in drei Variationen

Das Gericht ist eine altdeutsche Kreation, die eigentlich jeder kennt und doch kaum jemand im Original gegessen hat: das Leipziger Allerlei. Wem es nur aus der Konserve geläufig ist, wohin dieser Klassiker, halbwahr in der Rezeptur und ohne Genie, verkommen ist, der mag sich erstaunt bis irritiert fragen, was denn, bitte schön, an einem Leipziger Allerlei applaudierenswert sei. Doch der kulinarisch Wissende ist jederzeit zu einem Hymnus auf diese Komposition bereit, die aufs Anmutigste den Frühsommer signalisiert und aus jungen Erbsen, Spargel, Möhrchen sowie Morcheln und Flußkrebsen besteht.

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Kunst des Frühstücks

Geschrieben von: August F. Winkler

Das berühmteste Frühstück gab es bei Tiffany, das teuerste ist impressionistisch, gemalt von Edouard Manet. Das genüßlichste kann man sich privat zu Hause arrangieren – an den Feiertagen mit mehr Muße als sonst, also üppiger, länger und mit Mozart, kurzum: kulinarischer. Am Frühstück scheiden sich die Geister. Die einen stehen zeitig auf, um in Ruhe zu frühstücken. Das sind die Genießer. Andere schlafen lieber länger und begnügen sich mit einem Minimalprogramm. Keine Zeit, keine Zeit! Wer so handelt, versündigt sich an seiner Seele, denn das Frühstück ist die schönste Nische für eine Kultur der Muße.

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Deutsche Küche

Geschrieben von: August F. Winkler

Zwei grandiose Bücher: Deutsche Küche und Typisch deutsch

In der Küche gibt es keine letzte Wahrheit und hat es noch nie einen Messias gegeben, der wie Moses in göttlichem Auftrag mit ewigen Rezepturen erschienen wäre. Die Küche ist, wie Musik, bildende Kunst, Literatur und Theater, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Altbewährtem und Experimentellem, auch zwischen Sein und Schein, einem steten Wandel unterworfen, bei dem sich Perioden der müden Beharrung mit solchen des belebenden Fortschritts abwechseln. In der Gastronomie ist es ja wie mit der Philosophie: beide brauchen jugendliches Feuer, um nicht zu erstarren.

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Obauer: koche leidenschaftlich

Geschrieben von: August F. Winkler

Karl und Rudolf Obauer: Koche lieber leidenschaftlich!

Jede Küche hat im Regionalen begonnen – und insofern gehen die Brüder Karl und Rudolf „Rudi“ Obauer ganz fortschrittlich zurück in die Zukunft, indem sie neben Gerichten der französischen Klassik regionale Rezepturen neu interpretieren. Auf der Speisekarte Ihres Restaurants im salzburgischen Werfen stehen auch Hummer und Steinbutt, gibt es Trüffel, Kaviar und Gänseleber – unvermeidliche Pretiosen der Grande Cuisine -, aber mit der gleichen Liebe, ja vielleicht noch einem Quentchen mehr widmet sich die Küche regionalen Produkten wie Waller, Forelle, Lamm, Pilzen, Kalbsleber & Co, mit denen Gerichte von unerhört dichtem Aroma geschaffen werden. Das Credo des Brüderpaars, das jeden Tag im Restaurant zum Frommen der Gäste werkt, ist denn auch deren Leitmotiv: „Ein österreichischer Koch soll ein Globetrotter sein, der wissen muß, wo er daheim ist.“

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Fußball und Fingerfood mit Butterbrot, Sandwich, Pizza & Frikadelle

Geschrieben von: August F. Winkler

Fußball und Fingerfood mit Butterbrot, Sandwich, Pizza & Frikadelle

Zwar ist die Welt - obwohl rund – kein Fußball, aber im Fußball findet sich eine ganze Menge Welt. Neben Politik, Geld und Taktik spielen vor allem Emotionen mit. Das gerne als göttlich apostrophierte Spiel vermag Genuß zu vermitteln. Der gipfelt darin, wenn der Stürmer nach einem atemberaubenden Slalomlauf die Meute der Gegner ausdribbelt und mit souveräner Eleganz den Ball ins Tor befördert. Das löst lautes Entzücken aus oder stilles Entsetzen. Wenn am 8. Juni im Warschauer Nationalstadion das erste Spiel der Europameisterschaft angepfiffen werden wird, sind für die kommenden Wochen bis zum Finale am 1. Juli in Kiew neben dem Schiedsrichter bei jedem Match 22 Spieler und ein Ball die wichtigste Ausstattung. Für alle daheim gebliebenen Fußballfans sieht die typische Ausrüstung so aus: ein Fernseher, eine Couch und jede Menge Fingerfood vom rustikalen Butterbrot über Tapas, Würstchen, Sandwich und Frikadelle bis zur Pizza.

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„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

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Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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Gericht der Woche

Königsberger Klopse von Tante Therese
(angelegt für vier Personen)

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2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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