Gastrosophie

Essenslust & Trinkfreude: Unsinniges Geschmatze über Wein zu Speisen

Geschrieben von: August F. Winkler

Als Noah nach verflossener Sündenflut die Arche verließ, wurde ihm sozusagen von höchster Instanz auch der Genuss von Fleisch erlaubt. Im ersten Buch Mose heißt es: „Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise.“ Der alte Menschenvater dachte kulinarisch weiter. Er legte einen Weinberg an und betrank sich an der ersten Ernte. Das haben Moralprediger später zürnend als Verlust des rechten Maßes gebrandmarkt. Dies kann man generöser, genüsslicher sehen und Noah als ersten Gourmet hochleben lassen: Er pflanzte Reben, weil er ahnte, dass Essen erst in der Verbindung mit Wein zu einem abgerundeten Stück Kultur wird.

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Ceviche: Roher Fisch mit Zwiebel und Tigermilch

Geschrieben von: August F. Winkler

Den 28. Juni haben die Liebhaber von Ceviche im Kalender unterstrichen, denn dieser Tag ist in Peru zum nationalen Ceviche-Tag proklamiert worden – wie andernorts der Tag des Waldes, der Mutter oder der Zwiebel. Ceviche – mit Limettensaft, Zwiebel und Gewürzen marinierter, sozusagen auf kaltem Weg gegarter roher Fisch - ist als Antwort auf Sushi vom peruanischen Kulturinstitut 2004 zum nationalen Kulturerbe erklärt worden. Inzwischen steht diese Spezialität weltweit auf gastronomischen Visitenkarten.

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Fußball und Erdäpfelsalat: eine Dualität von kulinarischer Offenbarung

Geschrieben von: August F. Winkler

Zwar ist die Welt - obwohl rund – kein Fußball, aber im Fußball findet sich eine ganze Menge Welt. Neben Politik, Geld und Taktik spielen vor allem Emotionen mit. Das gerne als göttlich apostrophierte Spiel vermag Genuß zu vermitteln. Der gipfelt darin, wenn der Stürmer nach einem atemberaubenden Slalomlauf die Meute der Gegner ausdribbelt und mit souveräner Eleganz den Ball ins Tor befördert. Das löst lautes Entzücken aus oder stilles Entsetzen, je nachdem. Als allgemein gültig darf hingegen angenommen werden, daß ab sofort für alle daheim gebliebenen Fußballfans in den kommenden Wochen während der Europameisterschaft die typische Ausrüstung so aussehen wird: ein Fernseher, eine Couch und jede Menge Fingerfood vom rustikalen Butterbrot über Tapas, Würstchen, Sandwich und Frikadelle bis zu Pizza, Dim Sum, Wraps, Sushi und Pommes mit oder ohne Mayo.

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Melonen: grün, rot, gelb, saftig, fruchtig, süß

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein großer Liebhaber der Melone hat beim Studium der Odyssee herausgefunden, daß Homer in seinem Epos nur vier Mal eine Melone erwähnt, wohingegen er dem Knoblauch 130 Zitate widmet. Auch die antiken Römer hatten offenbar wenig für die Frucht übrig; erst Palladius beschäftigt sich im 5. Jahrhundert ausführlicher mit ihr und empfiehlt, zwischen die Samenkörner trockene Rosenblätter zu streuen. Das würde die Melonen doppelt so aromatisch machen. Schöne Idee, seufzt so mancher Käufer, wenn er vom Markt nach Hause kommt und enttäuscht konstatieren muß, daß die Wassermelone nach nichts schmeckt und die Honigmelone noch unreif ist, kulinarisch also ebenfalls bedeutungslos.

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Minze: kühl, köstlich und erfrischend

Geschrieben von: August F. Winkler

Artischocken à la romana, grüner Tee im Maghreb, chinesische Suppentöpfe, vietnamesische Frühlingsrollen oder orientalisches Taboulé, der pikante Salat aus Couscous und Kräutern: Die ganze Welt kocht, mariniert und mixt mit Minze. Der erfrischende Geschmack verleiht zahlreichen Speisen ein besonderes Aroma. Die fein geschnittenen Blätter schmecken in der Suppe und im Eintopf, zu Kartoffeln und Gemüse. Eine Erbsensuppe wird durch Minze kulinarisch geadelt. An heißen Sommertagen erfrischt das Kraut im Salat, der mit einem Dressing aus Zitronen- oder Limonensaft angerichtet wird. Die englische Minzsoße aus gehackten Blättern, Wasser, Zucker und Essig harmoniert mit Lamm, Geflügel oder Fisch. Das Fleisch lässt sich aber auch mit einer Mischung aus Minze, Joghurt, Zitronensaft, Petersilie, Knoblauch und Olivenöl marinieren. Die köstlichen Blätter verfeinern Obstsalate, Eis- und Schokoladendesserts, Sorbets sowie Kuchen.

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