Gastrosophie

Ansichten: Zum Teufel mit frömmelnden Moralisten!

Geschrieben von: August F. Winkler

Zwei Gespenster gehen um, sie sind einander verwandt und heißen: Intoleranz und Genußfeindlichkeit. Vegetarier beschimpfen Fleischesser, Tierschützer diskriminieren Gourmets, die Hummer köstlich finden, Abstinenzler halten Weinfreunde für Alkoholiker, selbsternannte Volksgesundheitsapostel hetzen gegen Zucker, Tabak, Fett, Salz, Kaffee, Eier & Co.

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Flirt-Gerichte zum Valentinstag: der sinnlichste Schlüssel zur Liebe

Geschrieben von: August F. Winkler

Liebestränke, Zaubersäfte, Hexensalben – der Mensch träumt seit Urzeiten vom perfekten, vom absoluten Aphrodisiakum. Er hat die Tollkirsche gefuttert und den Fliegenpilz verspeist, er hat getrocknete Seepferdchen inhaliert, pulverisierte Libellen und Rhinozeroshörner, die Galle der Hyäne und die Eier vom Krokodil gegessen, er hat sich die berüchtigte Spanische Fliege einverleibt und an Orchideen gerochen, alles in der Hoffnung, seine Gefühle zu erweitern, die Lust zu stimulieren, kurzum: Die Sinne für erotische Spiele zu mobilisieren. Aphrodisiaka hatten und haben in allen Kulturen ihre Hochkonjunktur. Austern, Kaviar, Spargel, Artischocken, Koriander, Safran, Ingwer und Pfeffer schrieb man bereits im Altertum liebesweckende Kräfte zu. Senf, Hasenfleisch, die Alraunewurzel und gemahlenes Elfenbein sollen ebenso das Erektionszentrum reizen wie Cola, Ginseng und die Rinde des afrikanischen Yohimbebaumes.

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Bocuse: 90 Jahre und das Glück der prächtigen Buttersauce

Geschrieben von: August F. Winkler

„Gott ist berühmt genug, und trotzdem muß der Pfarrer jeden Tag die Glocken läuten.“ (Paul Bocuse)

Der Mittag in der „Auberge du Pont de Collonges“, besser bekannt als das Restaurant von Paul Bocuse, begann angemessen delikat mit einer Scheibe foie gras, flankiert von einem Gelee aus edelsüßem Sauternes in jenem suggestiv blinkenden Goldgelb, mit dem Ikonenmaler die Heiligenscheine verklären. Ein nicht zu stark gekühlter Chevalier-Montrachet von der Domaine Leflaive in derselben Farbe wie der Heiligenschein, vielleicht noch etwas leuchtender, unterstützte den Gang. Es war einer jener selten gewordenen Momente, in denen der Lärm der Welt weit entfernt war.

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Kater-Blues: Rezepte gegen den Hangover

Geschrieben von: August F. Winkler

In promptu: Wie sagte schon Helmut Qualtinger, der geniale österreichische Charakter: „Klein’s Gulasch, klein’s Bier, und es geht scho wieder!“

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Nach den Ausschweifungen keimt die Befruchtung

Geschrieben von: August F. Winkler

Nach einer schweren Mahlzeit am Abend, die von vielen und schweren Getränken begleitet war, befinde ich mich am Tage danach gleichsam auf einem Segelschiff, das einer hoffnungslosen Flaute preisgegeben ist. Erst am Abend rührt sich eine leichte Brise, und in der Tat komme ich mir so vor, als ob ich noch besonders hoch in die Rahen aufsteigen möchte, um recht viel von dem Winde abzubekommen. Noch ist der Körper ein wenig schlaff, noch sind die Gedanken träge, aber es keimt doch alles wieder. Spürbar ist dieses Keimen, ein leicht berauschender Zustand. Nur noch eine bescheidene Mahlzeit, einen bescheidenen
Trunk, dann früh ins Bett.

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