Kulinarische Pretiosen

Kapern: Diva assoluta - pikante und delikate Geschmacksveredler

Geschrieben von: August F. Winkler

Wenn es um die Beschreibung von Kräutern geht, kommt keiner so flott und deftig zur Sache wie der gelehrte Herr Hieronymus Bock, der beispielsweise die kulinarischen Aspekte der „Cappern“ Anno 1577 mit den folgenden herrischen Worten abhandelte: „Obwohl die Capern in unserem Teutschen Land nicht allenthalben wachsen, so sein sie doch aus Italia den reichen Teutschen Kuchenmeistern zukommen, und bekandt worden, so das auch nun mehr das gemein Volk weiß, was Cappern seind, und warumb sie geliebt werden. Nemlich zum wollust und zur anreitzung der speiß.“

Weiterlesen: Kapern: Diva assoluta - pikante und delikate Geschmacksveredler

 

Wein & Saucen: Der Geiz des Grafen und Wildhase Royale mit Sauternes

Geschrieben von: August F. Winkler

Es gibt Geschichten über Wein, die sind grotesk und dennoch lehrreich wie jene von der Bonner Beamtengattin, die über einen korkig schmeckenden Wein sagte: „Macht nichts, den nehme ich zum Kochen.“ Was für ein Missverständnis, zu meinen, mit billigen oder gar fehlerhaften Kreszenzen gut kochen zu können. Zwar wird sich ein leichter Korkfehler durch das Erhitzen wohl verflüchtigen, doch bleibt ein Manko an Frucht. Ein kapitaler korkkranker Wein dient keiner Sauce. Der Korkengout radiert jegliche Fruchtnote unbarmherzig aus und er wird sich im Laufe des Erhitzungsprozesses weiter verstärken. Gewiß wird man für eine Schmorbratensauce oder ein Gulasch keine Rarität nehmen, aber je besser der Wein, desto aromatischer und delikater gerät die Speise.

Weiterlesen: Wein & Saucen: Der Geiz des Grafen und Wildhase Royale mit Sauternes

 

Maiwonnen mit Bock, Scholle, Bachforelle, Bowle und Rübchen

Geschrieben von: August F. Winkler

Von zeitgenössischen Dichtern ist schon seit langem kein Hymnus auf den Mai zu hören. Moderne Poeten beweinen lieber sich selbst und die Schlechtigkeit der Welt. Dabei verdient gerade der Mai eine literarische Würdigung, denn er ist nicht nur für Romantiker und Verliebte, sondern auch für den Gourmet ein wahrer Wonnemonat. Im Mai gibt es, neben Spargel, Erdbeeren, Morchel, Rhabarber, Kräutern (wie Bärlauch und Kresse) sowie Wildsalaten (wie Löwenzahn, Brennessel, Kresse) spezielle Delikatessen, die uns kulinarisch erfreuen und Kraft spenden für den Rest des Jahres.

Weiterlesen: Maiwonnen mit Bock, Scholle, Bachforelle, Bowle und Rübchen

   

Scholle: platt, rotgelb gepunktet und ab Mai besonders köstlich

Geschrieben von: August F. Winkler

Wenn der Kellner in saisonaler Eintracht eine Maischolle annonciert, versetzt das die Gäste in freudige Erwartungshaltung. Zu recht, denn die ersten kleinen Schollen, die im Durchschnitt männerhandtellergroß mit einem Gewicht um die 300 bis 400 Gramm gefangen werden, haben ein besonders aromatisches Fleisch. Es ist mindestens so saftig und zart wie das der Seezunge, ihrer natürlichen Konkurrentin, nur nicht ganz so ausgeprägt im Geschmack. Frisch gefangen und ohne Umweg zubereitet - beispielsweise in geklärter Butter gebraten und mit einer leichten Orangensauce aufgetischt - , ist dieser Plattfisch mit den charakteristischen rotgelben Pünktchen auf der dunklen Oberhaut also ein Leckerbissen. Im Mai ist die Scholle deshalb so delikat, weil sie sich nach der Winterdiät mit Muscheln, Krebsen und kleinen Grundfischen ein besonders wohlschmeckendes Fleisch angefuttert hat.

Weiterlesen: Scholle: platt, rotgelb gepunktet und ab Mai besonders köstlich

 

Küchenklassiker: Der Knödel knödelensis ist ein kugelrunder Weltbürger

Geschrieben von: August F. Winkler

Karl Valentin: „Solang Semmelnknödeln aus mehreren Semmeln gemacht werden, sagt man unerbittlich Semmelnknödeln!“

Weiterlesen: Küchenklassiker: Der Knödel knödelensis ist ein kugelrunder Weltbürger

   

Seite 4 von 38

<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Blutwurst auf Senf-Kartoffel-Salat
(Das für vier Personen angelegt Rezept von Hans-Stefan Steinheuer ist seinem...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen