Kulinarische Pretiosen

Sheraton Salzburg: Grandhotel mit Atmosphäre und feiner Küche

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Tag in der Sky-Suite im siebten Stockwerk des Sheraton hatte normal begonnen wie viele andere auch. Zwar war ich erwartungsfroher aufgestanden als sonst, bedingt durch die Aussicht, mir vor der Matinee im Salzburger Mozarteum in der exklusiven Sky-Club-Lounge ein Glas Champagner zu genehmigen - und nach dem Konzert war ein Mittagessen auf der Terrasse des „Mirabell“ vorgesehen; Herbert Ranstl, der neue Küchenchef im Sheraton, verhieß feine gastronomische Etüden. Die Zeichen standen also auf Genuß, aber zu vollkommener Harmonie erblühte der Tag am Abend an der Bar, wo Barkeeper Toni mit Grandezza einen “Prince of Wales“ komponierte (Champagner, Cognac, Orangenlikör, Angostura, Cocktailkirsche) und den auch formvollendet im Silberbecher kredenzte, während der Pianist mit routiniertem Gleichmut seine Evergreens für eine amerikanische Reisegruppe abspielte. 

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Obauer: ein privates Weltereignis

Geschrieben von: August F. Winkler

Es gibt Tage, an denen man ohne erkennbaren Grund mit auf Halbmast baumelnder Stimmung aufwacht und fühlt, dass wieder mal nichts passieren wird außer dem üblichen Alltagseinerlei. Einen solchen melancholisch gefärbten Stöpsel bekommt man am besten aus der Seele gezogen, indem man spontan bei einem Koch seines Vertrauens einen Tisch bucht. Die Vorfreude ist stark genug, um die Stunden bis zum Mahl ohne weiteren Gemütsschaden zu überstehen. Und wenn diese kulinarische Therapie bei den Gebrüdern Karl & Rudolf Obauer im salzburgischen Werfen gebucht werden kann, ist der Erfolg vollautomatisch vorhersehbar, denn ein Essen an diesem daseinsverschönernden Ort zwischen Forellenstrudel mit Veltlinersauce und der raffinierten Kalbsniere mit Datteln, Sardellen und Artischockentascherln ist das genussvollste Mittel gegen die Banalisierung des Alltäglichen.

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Salzburg kulinarisch: Festspiele auch für den Gaumen

Geschrieben von: August F. Winkler

Es rufen die Festspiele, ganz Salzburg wird zur Gesellschaftsbühne und bläht sich auf. Sobald der Jedermann vor 2 500 Zuschauern am Domplatz bußfertig am Ende ist, dramatisch flankiert von Brigitte Hobmeier, der neuen Buhlschaft, übernehmen zwei Weltmächte namens Hunger & Durst die Regie. Die Spektakel auf den Bühnen wie die Kunst in der Küche waren bei den Festspielen noch nie so eng miteinander verbandelt wie in dieser Saison, beginnend mit der Jedermann-Premiere am 20. Juli und durchgehend fortgesetzt bis Ende August. Im Gegensatz zu früher - Salzburg war gastronomische Einöde - , als Gourmets in der Ära Karajan leidgeprüft von „schönen Stimmen und matten Saucen“ seufzten, brauchen Feinschmecker inzwischen in der barocken Schönen an der Salzach nicht mehr zu darben.

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Tischgespräch mit Horst Johanning

Geschrieben von: August F. Winkler

Mit: Horst Johanning, Regisseur und Theaterdirektor des Bonner Contra-Kreises

Ort der Handlung: Il Punto, Bonn


Man soll nie vergessen, daß die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will. (Freiherr Adolph Franz Friedrich Knigge, deutscher Schriftsteller und Aufklärer).

punto ettore_mit_johanningEr kommt nicht in den Raum, er tritt auf, doch dies geschieht ohne Allüre. Horst Johanning, Schauspieler, Übersetzer, Regisseur und – gemeinsam mit Katinka Hoffmann, seiner Lebensgefährtin – Leiter des Bonner Contra-Kreis-Theaters, beeindruckt durch seine schiere persönliche Präsenz und nimmt sein Gegenüber für sich ein, noch bevor ein erstes Wort gewechselt worden ist. 

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Rohe Küche: Verzicht aufs Feuer

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Hype um die tausend Schäumchen der von Chemie und Physik beeinflußten, mehr im Kopf als im Bauch geborenen molekularen Küche ist abgeklungen, und auch die nordische Küche rund um René Redzepi, den priestergleich wirkenden Moos-Flechten-und-Rinden-Chef vom dänischen Restaurant „Noma“, verliert etwas an Strahlkraft, auch wenn dieser außergewöhnlich gescheite und sensible Koch („Die Natur ist die Mutter der Küche“) es schafft, Kollegen mit seiner radikalen Regionalküche zur Nachahmung zu inspirieren. Der einst heftig beklatschte Crossover-Stil als eine Melange aus internationalen Küchen ist ebenso ein alter Hut wie „Ethno-Food“ aus Afrika, australische „Beach-Fusion“ oder der „Californian Freestyle“ als Mix aus ein bißchen amerikanische Westküste mit Asien und Europa. Hummer auf Erdbeermus ist sowenig innovativ wie Zitronengras zum Huhn oder ein mit Austern garnierter Entenbraten. Alles schon mal da gewesen, und ein Wiener Schnitzel wird nicht mehr verbesserbar sein - es lässt sich nur gut, ausgezeichnet oder schlecht zubereiten.

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