Kulinarische Pretiosen

Bücher für Herdkünstler, Genießer und Weinfreunde

Geschrieben von: August F. Winkler

Seit getrüffelte Täubchen und in Safransud gesottene Kalbsköpfe von Küchenkritikern wie Literatur rezensiert werden und die Feinschmeckerei den schönen Künsten gleichgestellt wird, schwillt die Zahl der Kochbücher flutartig an. Jährlich erscheinen zwischen 1 000 bis 1 500 neue deutsche Titel - und der Strom hält an. Rezepte schmecken offenbar auch in Form gedruckter Buchstaben. Essen und kochen, zumindest das Lesen darüber, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit (bei Amazon sind um die 40 000 Kochbücher gelistet). Das meiste ist, ungnädig gesagt, überflüssig: geschmacklos, oft genug nur aufgewärmt und trotz verheißungsvoller Versprechen, hier würden die geheimen Tricks der Spitzenköche verraten, unbrauchbar. In der guten Küche gibt es keine Geheimnisse, höchstens einige Kniffe.

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Küchenklassiker: Der große Braten

Geschrieben von: August F. Winkler

- Triumph des Geschmacks kontra Blingbling

Unter classicus verstanden die alten Römer „zum ersten Rang“ gehörende Werke von formvollender Harmonie – und Geschmack, wenn es ums Essen ging. Klassiker der Kochkunst sind auch heute überall dort zu Hause, wo ein Koch am Herd steht, der sich nach dem Ausreizen aller technischen Innovationen und Grenzen wieder den bewährten Rezepten nach dem Leitmotiv „Küche statt Bling-Bling“ widmet. Die Feinschmeckerey startet eine Klassiker-Serie als Hommage an die Kochkunst mit Gerichten aus der Hoch- wie der Bürgerküche von ewigem Geschmack und zeitloser Schönheit. Heute: der große Braten.

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Sülzen sind wieder ritzy - und kulinarische Majestäten

Geschrieben von: August F. Winkler

Tusch, Vorhang auf und Bühne frei für ihre kulinarische Majestät: die Sülze. Sie ist transparent, man sieht, was drin ist – wie beispielsweise bei der köstlichen Tafelspitzsülze, komponiert aus magerem Rindfleisch von der Hüfte, dünn geschnitten, mit Wurzelgemüse artig begleitet und mit einer pikanten Kräutervinaigrette serviert. Sülzen sind ganz einfach ritzy, ob man die nun rustikal oder fein anlegt, ob sie mit Fleisch, Fisch oder Gemüse gemacht sind, ja selbst mit Obst. Sie gleichen einem Kosmos im Aspik und sind ein unendliches Spiel mit Strukturen, Formen, Farben und Aromen, die nach Wunsch und persönlicher Experimentierfreude entweder geschmackliche Harmonien oder Kontraste sichtbar machen. Jeder Koch, der auf der Höhe der Zeit sein will, bietet diese delikaten Stückerln in Gelee unter den Vorspeisen und kalten Zwischengerichten an, den sogenannten „Entrées froides“.

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Genußatelier: Ober bitte beichten!

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer zahlt? Amerikanische Forscher um David Frederick von der kalifornischen Chapman University haben 17 000 Frauen und Männer interviewt, um herauszufinden, wer in Restaurants zahlt. Obwohl Frauen längst ihr eigenes Geld verdienen, bevorzugen sie – wie freilich auch das Gros der Männer – immer noch das konventionelle Kavaliersverhalten, was praktisch heißt: Der Mann zahlt, wenn schon nicht alles, dann doch zumindest den größten Teil.

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Bratapfel: nostalgischer Genuß aus dem Bratrohr

Geschrieben von: August F. Winkler

Die erste dokumentierte Mahlzeit der Menschheitsgeschichte bestand laut christlichem Testament aus einem Apfel. Bibelforscher meinen zwar, daß vermutlich der Granatapfel die Frucht jenes paradiesischen Baumes der Erkenntnis war, aber im Volksglauben wird der europäische Kulturapfel, botanisch ein Rosengewächs, als Ursache für die Vertreibung aus dem Paradies angesehen. Wie es dort aussah, weiß man nicht, aber es könnte langweilig gewesen sein, denn es gab weder Weine noch eine raffinierte Küche oder Sünden - und ausgerechnet der Apfel war verboten. Der Apfel ist nämlich weit mehr als ein pausbäckiges Landkind: Er schmeckt pur sowie in vergeistigter Form als Calvados. Und er bereichert die bürgerliche Küche ebenso köstlich wie die feine.

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