Kulinarische Pretiosen

Drei Festtagsmenüs: rustikal, elegant und expressionistisch

Geschrieben von: August F. Winkler

Es war wie ein Schock des Glücks. Aus dem Bratrohr, in dem seit einer Stunde eine Bauerngans dienend vor sich hin schmurgelte, brav begossen von der edlen Köchin oder dem würdigen Koch, floss ein Duftstrom, reich an Aromen und baldigen Genuss verheißend. Der Mann dekantierte den Wein, einen feinen Spätburgunder, und sagte zu seiner Frau: „Liebling, so war es immer, so soll es sein.“ Tausende Deutsche werden die Festtage zwischen Weihnachten und Neujahr kulinarisch auf ähnliche Weise erleben, was praktisch heißt: gegessen wird à la Tradition. Das beinhaltet einen großen Braten an einem der Festtage und am Heiligen Abend beispielsweise einen gesottenen Karpfen oder, besonders schlicht, Kartoffelsalat mit Würstchen. Schwaben delektieren sich gerne an Linsen mit Spätzle. Eine Umfrage hat ergeben, dass sich die Mehrzahl der Deutschen zu Weihnachten an Hausmannskost labt.

Weiterlesen: Drei Festtagsmenüs: rustikal, elegant und expressionistisch

 

Genußatelier: Weihnacht 1945 mit Mehlsuppe, Muckefuck & Speckschwarte

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Himmel hängt voller Delikatessen, das Fest wirft in Form von feingebeiztem Lachs, Austern, großen Braten, Schinken von runder Erotik und gewaltigen Bergen von süßen Näschereien seine leuchtenden Aspekte voraus. Vom Feinsten darf es lächelnd ein paar Gramm mehr sein, und so ist es nur natürlich, dass kaum jemand in kulinarischer Demut an die Nachkriegsjahre denkt, als die Schaufenster leer waren und man vor Freude tanzte, wenn der Besuch ein Stück Speck aus dem Zeitungspapier wickelte. Damals, vor 71 Jahren, hätte niemand abgewunken und indigniert was von fettig gemurmelt.

Weiterlesen: Genußatelier: Weihnacht 1945 mit Mehlsuppe, Muckefuck & Speckschwarte

 

Opera buffa tartufa: Weiße Trüffel sind die Krönung kulinarischer Lust

Geschrieben von: August F. Winkler

"Es möge Trüffeln, Meerrettich und Fenchel hernieder regnen und dies alles ihm Weide sein, auf daß Liebe ihn überströme“, singt der liebestolle Falstaff in Verdis Oper.
Alexandre Dumas der Ältere hat neben erfolgreichen Abenteuerromanen auch ein lesenswertes Wörterbuch der Kochkunst geschrieben, und darin läßt er die Trüffel selber zu Wort kommen. Auf die Frage, ob sie einverstanden wären, von den Menschen gegessen zu werden, sollen sie geantwortet haben: „Eßt uns und lobt Gott!“

Weiterlesen: Opera buffa tartufa: Weiße Trüffel sind die Krönung kulinarischer Lust

   

Genußatelier: Öffentlicher Tee ist eine matte Sache

Geschrieben von: August F. Winkler

Teetrinker sind notorische Überzeugungstäter. Unter ihnen gibt es Schurken sowie Heilige. Sie können großmütig sein, kleinkariert, liebenswert, eklig, bescheiden, hochmütig, Simpel oder Genie, doch eines ist ihnen jenseits aller Temperamente gemeinsam: Sie lieben den, der feine Tees nicht nur zu Hause hat, sondern sie auch anmutig zuzubereiten versteht. Und sie verachten alle jene als Banausen, die nur Beuteltee besitzen oder grotesk parfümierten Grüntee wie etwa einen Morgentau, den sie für den Gipfel raffinierter Teekultur halten. Beim Tee lässt ein rechter Teefex kein Wischiwaschi gelten, da hört die Großmut auf. Basta!

Weiterlesen: Genußatelier: Öffentlicher Tee ist eine matte Sache

 

Bücher für Herdkünstler, Genießer und Weinfreunde

Geschrieben von: August F. Winkler

Seit getrüffelte Täubchen und in Safransud gesottene Kalbsköpfe von Küchenkritikern wie Literatur rezensiert werden und die Feinschmeckerei den schönen Künsten gleichgestellt wird, schwillt die Zahl der Kochbücher flutartig an. Jährlich erscheinen zwischen 1 000 bis 1 500 neue deutsche Titel - und der Strom hält an. Rezepte schmecken offenbar auch in Form gedruckter Buchstaben. Essen und kochen, zumindest das Lesen darüber, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit (bei Amazon sind um die 40 000 Kochbücher gelistet). Das meiste ist, ungnädig gesagt, überflüssig: geschmacklos, oft genug nur aufgewärmt und trotz verheißungsvoller Versprechen, hier würden die geheimen Tricks der Spitzenköche verraten, unbrauchbar. In der guten Küche gibt es keine Geheimnisse, höchstens einige Kniffe.

Weiterlesen: Bücher für Herdkünstler, Genießer und Weinfreunde

   

Seite 7 von 38

<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Gratinierte Austern à la Tante Therese

Erzkonservative Austernfreunde verachten gegarte Austern als Barbarei. Gewiß...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen