Kulinarische Pretiosen

Melonen: grün, rot, gelb, saftig, fruchtig, süß

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein großer Liebhaber der Melone hat beim Studium der Odyssee herausgefunden, daß Homer in seinem Epos nur vier Mal eine Melone erwähnt, wohingegen er dem Knoblauch 130 Zitate widmet. Auch die antiken Römer hatten offenbar wenig für die Frucht übrig; erst Palladius beschäftigt sich im 5. Jahrhundert ausführlicher mit ihr und empfiehlt, zwischen die Samenkörner trockene Rosenblätter zu streuen. Das würde die Melonen doppelt so aromatisch machen. Schöne Idee, seufzt so mancher Käufer, wenn er vom Markt nach Hause kommt und enttäuscht konstatieren muß, daß die Wassermelone nach nichts schmeckt und die Honigmelone noch unreif ist, kulinarisch also ebenfalls bedeutungslos.

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Minze: kühl, köstlich und erfrischend

Geschrieben von: August F. Winkler

Artischocken à la romana, grüner Tee im Maghreb, chinesische Suppentöpfe, vietnamesische Frühlingsrollen oder orientalisches Taboulé, der pikante Salat aus Couscous und Kräutern: Die ganze Welt kocht, mariniert und mixt mit Minze. Der erfrischende Geschmack verleiht zahlreichen Speisen ein besonderes Aroma. Die fein geschnittenen Blätter schmecken in der Suppe und im Eintopf, zu Kartoffeln und Gemüse. Eine Erbsensuppe wird durch Minze kulinarisch geadelt. An heißen Sommertagen erfrischt das Kraut im Salat, der mit einem Dressing aus Zitronen- oder Limonensaft angerichtet wird. Die englische Minzsoße aus gehackten Blättern, Wasser, Zucker und Essig harmoniert mit Lamm, Geflügel oder Fisch. Das Fleisch lässt sich aber auch mit einer Mischung aus Minze, Joghurt, Zitronensaft, Petersilie, Knoblauch und Olivenöl marinieren. Die köstlichen Blätter verfeinern Obstsalate, Eis- und Schokoladendesserts, Sorbets sowie Kuchen.

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Kleine Meinungen: Der Mensch ist, wie er ißt!

Geschrieben von: August F. Winkler

Zeige mir, wie du kochst, und ich sage dir, welchen Klingelton du auf dem Handy eingestellt hast. Was und wie der Mensch kocht, ob er überhaupt kocht, wie er die Produkte auswählt und behandelt, vermag viel über sein Wesen auszusagen. Es heißt: Der „Mensch ist, was er ißt.“ Das ist materialistisch gedacht und obendrein zu simpel gestrickt. Zwar ließe sich die Lust der englischen Königin auf weiße Bohnen mit Toast dahingehend deuten, dass sie letztlich eine Frau von einfachem Geschmack, ja vielleicht Gemüt ist.

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Renaissance der Innereien: lecker essen mit Schnauze, Hirn & Herz

Geschrieben von: August F. Winkler

Innereien erwecken mehr Emotionen zwischen Abscheu und Zustimmung als jedes andere Fleisch. Was in alten Zeiten eine Selbstverständlichkeit war, wurde in der westlichen Wohlstandsgesellschaft zum Tabu: das Kochen mit Innereien. Das scheint sich nun zu ändern, behutsam zwar, nur sanft wie ein Frühlingslüftchen, aber immerhin! In der Feinschmeckerey werde ich in unregelmäßiger Folge über solche inneren Werte berichten, also z. B. über Mark, Hahnenkämme, Blut, Nieren, Hoden & Co.

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La Tour d'Argent:

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Mensch ist gut, aber die Ente aus der silbernen Presse schmeckt

"There is nothing more serious than pleasure!"
(Claude Terrail, Schöngeist und Weltmann, am 1. Juni 2006 89jährig gestorbener langjähriger Besitzer und Chef des "Silberturms" in Paris, besser bekannt als La Tour d'Argent)

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