Kochen! Das Goldene von GU

Das Buch wiegt 2,3 Kilo und ist jedes Gramm wert. Auf 672 Seiten und rund 700 Rezepten, detailliert beschrieben und illustriert, hat GU (Gräfe und Unzer) ein Standardwerk der Küche vorgelegt, das für den Kücheneleven gleichermaßen von Nutzen ist wie für die versierte Köchin. Ob der vom Verlag stolz als „besonderes Plus“ propagierte „Rezept-Quickfinder“ wirklich so genial ist, sei dahingestellt. Vielleicht wäre es dienlicher gewesen, die knapp 60 Seiten für eine genüssliche Geschichte der Kochkunst oder eine erweiterte Einführung in Herdpraktiken zu nutzen.

kochen dasgoldeneAber bitte, am Schluß gibt es ja das Register, in dem man auf konventionelle Weise und letztlich schneller den Weg zu einer gesuchten Speise findet beziehungsweise sich schon anhand der Titel animieren lassen kann. Dieses „Goldene von GU“ kann den gleichen Rang beanspruchen wie etwa die Davidis im 19. Jahrhundert. Das Buch ist ein kulinarischer Kosmos von der aparten Vorspeise über raffinierte Zwischengerichte und klassische Hauptgänge bis hin zu reizvollen Rezepten für Näschereien sowie fürs Einmachen. Positiv kommt eine sympathische Ausstattung hinzu, nützlich sind die vielen kleinen Tipps. Gewiß, man hätte beim Wiener Schnitzel anmerken können, dass sich das Fleisch unter einer Klarsichtfolie gut plattieren lässt, die Eier mit einer Gabel geschlagen werden sollten und darin ein Schuß Sprudel die Panade besonders luftig werden lässt, aber das sind. Petitessen, gemessen am Wert des Werkes als Kochbuch und gastronomisches Nachschlagewerk.

Kochen! Das Goldene von GU,
672 Seiten mit ca. 600 Farbfotos, 18,5 mal 24,2 cm, 25 Euro

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Karpfen polnisch à la Fürst Rudolstadt

Bei allem Respekt vor der neuen deutschen...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen