Willkommen in der Feinschmeckerey!

winklerfront Verehrte Dame, geehrter Herr,

was ist der beste Champagner, was der feinste Wein, was die köstlichste Speise, der größte Koch, das ultimative Restaurant? Das sind Fragen von hollywoodesquem Format, in unserer expressiven, dem Superlativ huldigenden Zeit oft gestellt, doch niemals zu beantworten und deshalb so ermüdend wie überflüssig.

Der Schafhirte, der zu seinem Käse einen schlichten roten Landwein trinkt, ist glücklicher als ein Protz mit dem 1971er Pétrus aus der Magnum. Dem Göttlichen im Wein, wenn diese Frömmelei gestattet ist, kommt man sowieso nur mit dem Herzen nahe. Selbstverständlich liebe ich große Weine und gehe ihnen weit entgegen, aber ich weiß, daß man auch einfache Weine trinken muß, um die Gloriosen besser zu verstehen. Gleiches gilt für die Küche: ein Bauernbrot, beschmiert mit bester Almbutter und vielleicht geschmückt mit etwas Schnittlauch, ist nicht weniger delikat – und achtenswert - wie ein im Ganzen gedünsteter Steinbutt mit einer Sauce Béarnaise. Die Andacht dem Kleinen wie dem Großen gegenüber, das ist angewandte Lebensart.
Lebensart ist die Ästhetisierung des Seins, also die Kunst, sich das Leben auf kultivierte Weise mit schönen Dingen zu möblieren, von der Literatur über die Musik und das Theater bis hin zu Reisen sowie das Essen und das Trinken.

In diesem Sinne wird sich die „Feinschmeckerey", mein neues Journal für Wein, Kochkunst & Lebensart, diesen daseinsverschönernden Themen widmen – getreu der These, daß Genießen auch ein Ernstnehmen der Schöpfung ist.

Herzlich Ihr August F. Winkler

Aktuelle Beiträge

10 Nov 2017
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1990 Château La Fleur de Gay: Der Wein aus der drei Liter fassenden Doppelmagnum darf gefahrlos gelobt werden. Klaus Wagner hatte die Rarität anläßlich des Wachauer Gourmet-Festivals in seinem schönen...

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10 Nov 2017
Plat fruits de mer: herrliche Meeressinfonie und feinste Diätspeise

Alles an dem Mann ist Hingabe. Leicht vornübergebeugt, mit sanft gewölbter Nase, sinnlich wie zum Kuß geschürztem Mund, einen Blick voller Sehnsucht und zugleich der beruhigenden, jede Nervosität bannenden Gewissheit,...

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27 Okt 2017
Wein in Großflaschen: animierend, wertsteigernd und sexy

Die Runde war erst irritiert, dann verblüfft und schließlich nachdenklich. Anlass dieses emotionalen Gemenges war eine Blindprobe mit vier Gläsern, in die der Gastgeber ebenso didaktisch wie listig den gleichen...

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27 Okt 2017
Das Genußatelier: Weinvergleiche zwischen sinnvoll und obskur

Schopenhauer, der Philosoph und geistreiche Ironiker, hat das Vergleichen als die Quelle allen Übels benannt. Da ist was dran, das gilt auch für den immer beliebter werdenden Vergleich von Weinen...

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27 Okt 2017
Blutwurst: rot wie die Liebe und ein archaischer Genuß

Die archaischste und wohl älteste ihrer Art ist die Blutwurst. Erst unter der Haut offenbart sie ihr von Zartheit und Pikanterie erfülltes Wesen. Sie profitiert nicht vom gierigen Biß ins...

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13 Okt 2017
Angewandte Trinkkultur zwischen Kathedralen und Kapellen

Es gibt Kathedralen von derart grandiose Schönheit und Pracht, daß man den Atem anhält und den lieben Gott siezt. Dieses Gefühl von Erhabenheit strengt freilich an, und so sucht man...

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13 Okt 2017
Chaos in Darjeeling: Aus für hochwertige Tees à la Second flush

Drunten im indischen Darjeeling geht gerade die Teewelt unter. Weil rund 100 000 Pflücker in den knapp 90 Gärten seit dem Frühjahr für ethnische Selbstbestimmung sowie bessere soziale Bedingungen streiken...

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13 Okt 2017
Kartoffelpüree: dazu gehört Mut zur Butter

Claus-Peter Lumpp, Küchenchef im „Bareiss“ des gleichnamigen Hotels in Baiersbronn: „Acht von zehn Profiköchen können kein anständiges Kartoffelpüree zubereiten.“

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13 Okt 2017
Genußatelier: Maronen - delikates Comeback für eine süße Herbstköstlichkeit

Zum prall gefüllten Früchtekorb des Herbstes gehören die Eßkastanien, populär Maronen genannt, die jetzt tonnenweise aus dem europäischen Süden importiert werden. „Heiße Maroni...“, lautet aktuell der Lockruf der Kastanienbrater, die...

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22 Sep 2017
Riesling: weltweiter Triumph von Rasse und Eleganz

Es ist wie ein Schock des Glücks. Der Wein, ein 1920er Steinberger Riesling Cabinet aus dem Keller des Staatsweinguts Kloster Eberbach, hat die Sinne aufgewühlt und zugleich mit tiefer Genußseligkeit...

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22 Sep 2017
Küchenklassiker: Wiener Schnitzel - das wahre Rezept von Tante Therese

Das Wiener Schnitzel, geboren in Byzanz, aufgewachsen in Mailand (“Costoletta alla Milanese“) und vollendet in Österreich, ist ein Küchenklassiker und insofern unsterblich. Es hat Kriege überlebt, schlampige Köche und auch...

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22 Sep 2017
Das Genußatelier:

Sehnsucht nach bürgerlicher Küche oder gastronomische Paradoxie Daß Essen und Trinken Leib und Seele zusammen halten, war schon unseren Altvorderen geläufig. Der menschliche Körper muß, wie jede andere Maschine...

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08 Sep 2017
Der Granatapfel: rot, prall, erotisch, mystisch

- und jetzt frisch auf dem Markt Gärtner, führe mich nicht wie eine Brise an deiner Tür vorbei, denn in deinem Rosengarten gibt es Tränen von mir wie Granatapfelblüten. Dieses kleine...

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08 Sep 2017
Das Genußatelier: Kücheneffekte

Auch beim Essen gibt es „Phänomene“ genannte Dinge, die nimmt man hin, ohne über das Warum nachzudenken. Woran liegt es beispielsweise, dass selbst der beste Hobbykoch ein Gulasch nie geschmackig...

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08 Sep 2017
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Alles an dem Mann ist Hingabe. Leicht vornübergebeugt, mit sanft gewölbter Nase, sinnlich wie zum Kuß geschürztem Mund, einem Blick voller Sehnsucht und zugleich der beruhigenden, jede Nervosität bannenden Gewissheit,...

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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Blutwurst auf Senf-Kartoffel-Salat
(Das für vier Personen angelegt Rezept von Hans-Stefan Steinheuer ist seinem...

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2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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