Interview-Wein

Wilhelm Weil: ein Porträt mit Interview

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Gentlemanwinzer

Sonnengelb mit altgoldenem Schimmer strömt die 2006er Beerenauslese vom Kiedricher Gräfenberg aus der Karaffe. Im Nu schwillt ein Aromenstrauß aus dem Glas, ein suggestives Bukett aus gelbem Steinobst à la Pfirsich nebst viel Honig, flankiert von etwas Walnuß und tropischen Früchten. Der fein polierte Riesling läßt den Gaumen sanft erzittern und erlaubt seinem Publikum nur eines: Bewunderung. Große Weine haben wie bedeutende Menschen spezifische, unverwechselbare Merkmale. Das sozusagen genetische Geschmacksbild des Gräfenberg ist seine ziselierte Vielschichtigkeit. Der Wein verbindet fruchtige Kraft mit stilistischer Grazie und der für einen edelsüßen Riesling typischen Finesse. Und er belegt geradezu sinnlich die These von der Wesensverwandtschaft zwischen Winzer und Wein. Der Mann wie das Gut gelten als Synonym für Riesling-Nobilität.

Weiterlesen: Wilhelm Weil: ein Porträt mit Interview

 

Interview mit Gerhard Kracher über edelsüße Weine

Geschrieben von: August F. Winkler

Welchen Stellenwert haben edelsüße Weine in der Trinkkultur?
Gerhard Kracher: Leider hat Süßwein bei weitem nicht mehr den hohen Stellenwert, den er noch vor 40-50 Jahren hatte. Es gibt jedoch zum Glück Menschen, die auch heute die Trinkkultur pflegen und gerne Weine mit feiner Restsüße trinken. Meiner Erfahrung nach trinken die meisten Menschen keine Süßweine, weil sie sich mit dieser Kategorie noch nie befasst haben.

Wann ist in Ihrem Haus der erste edelsüße Wein gefüllt worden?
1959

Weiterlesen: Interview mit Gerhard Kracher über edelsüße Weine

 

Interview mit Hardy Rodenstock über Weinfalsifikate

Geschrieben von: August F. Winkler

Hardy Rodenstock, Sammler und Raritätenhändler, ist ein weltweit anerkannter Experte für alte Weine. August F. Winkler sprach mit ihm über Falsifikate, wie man die erkennt und wie man sich am besten dagegen schützt.

Was haben Sie gedacht, als Sie von der Verhaftung von Rudy Kurniawan durch Beamte des FBI erfuhren, dem Mann, der in den letzten Jahren für angeblich 50 Millionen US-Dollar Kultweine gefälscht haben soll?

H.R.: Wie geht das, habe ich mich gefragt.

Weiterlesen: Interview mit Hardy Rodenstock über Weinfalsifikate

   

Interview mit Armin und Caroline Diel zu edelsüßen Weinen

Geschrieben von: August F. Winkler

Schloßgut Diel, Burg Layen, www.diel.eu

Man erzählt im 21. Jahrhundert des Computers und der Reise zum Mars keine Märchen, aber wenn sich eine Geschichte wie ein Märchen anhört, dann darf sie auch so beginnen. Also: Es war einmal ein junger Mann, der studierte ein bißchen Jura in Münster, hatte jedoch neben einer Vorliebe für alles Schöne wie seine Frau Monika, kurz Mo genannt, die Vision von großen Weinen. Und siehe da, Armin Diel hat diesen kühnen Traum verwirklicht. Das war kein Spaziergang. Wohl besteht zwischen der Burg Layen und Diel eine über 200jährige Tradition, doch gab es 1987 beim Einstieg des 1953 geborenen Juniors, der nicht minder selbstbewußt gepolt war wie der Vater, einige Reibungen mit Funkenschlägen sowie das Problem, die Weinberge von den zahlreichen Neuzüchtungen zu reinigen und mit Edelreben à la Riesling sowie weißen und roten Burgundern teilweise neu zu beginnen.

Weiterlesen: Interview mit Armin und Caroline Diel zu edelsüßen Weinen

   

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Blutwurst auf Senf-Kartoffel-Salat
(Das für vier Personen angelegt Rezept von Hans-Stefan Steinheuer ist seinem...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen