Lebensart

Festkultur: Das Feiern ist ein auf Zeit gestatteter Exzeß

Geschrieben von: August F. Winkler

Prolog: Ein Fest, hat Sigmund Freud erkannt, ist ein gestatteter, vielmehr ein gebotener Exzeß, der feierliche Durchbruch eines Verbotes.

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Advent und die Macht der Düfte

Geschrieben von: August F. Winkler

Nach altchristlichem Verständnis soll der Advent als die Zeit, in der sich die Gläubigen auf die Ankunft des Herrn vorbereiten, auch dem Fasten gewidmet werden, um durch Zurückhaltung bei weltlichen Genüssen und dem Verzicht auf das, was man ansonsten gerne tut, die Wahrnehmung fürs Göttliche zu schärfen. Das fällt nicht leicht, denn der Himmel hängt vor Weihnachten voller Delikatessen und die Luft ist erfüllt mit Düften, die verheißungsvoll die Nase umwabern. Es riecht nach Schinken und Trüffel, nach Glühwein und Keksen, nach Gewürzen, Vanille, Spekulatius und Christstollen, nach Punsch, Gewürznelke und Zimt, kurzum: nach Versuchungen. Denen darf man nach strenger Auslegung der Adventsgesetze zwar erst an Weihnachten erliegen, aber die Nase ist frei und Weihnachtsdüfte, so weiß die Wissenschaft, dämpfen Streß und heben die Stimmung.

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Ein Neujahrswunsch für 2016

Geschrieben von: August F. Winkler

Nonne mit_SektEin bravourös mit Trüffeln gespickter Kapaun oder ein hingebungsvoll komponiertes Erdäpfelgulasch mit Würstl sind nicht nur sinnliche Wonnen. Zwar vergeht auch die feinste Näscherei während des Essens wie der Schaum des Champagners, aber Speise und Wein vermitteln Gelassenheit, Stärke und das angenehme Gefühl, daß der Lärm der Welt im Moment des Genießens draußen bleibt.

In diesem Sinne hat Genuß, wie ich ihn verstehe und liebe, wenig mit dem Paradies hinter den Wolken zu tun, in dem alle wunschlos glücklich sind. Zu meiner Vorstellung von Glück gehört auch das Begehren, das spannende Wechselspiel zwischen Sehnsucht und Erfüllung. Ewige Sattheit wäre das Ende aller Hoffnung und würde uns so herrlicher Erlebnisse berauben, wie das Schicksal sie immer wieder bereithält: in der Liebe, einem köstlichen Mahl, großem Wein, feiner Zigarre, gutem Gespräch.

Freilich, wie aktuell die Pflege der Genußkultur ist, lehren uns täglich Politiker, Bürokraten sowie Ideologen mit Vorschriften, wie wir zu leben haben. Auch wenn den Genußfeinden nur ein einziger ehrlicher Impuls zugrunde liegt, nämlich der Wunsch, diejenigen zu bestrafen, die eine größere Fähigkeit zum Glücklichsein haben, so muß sich, wer morgen noch nach seiner Facon leben will und nicht in einem Getto von Gesetzen, dagegen wehren.

Also gehen wir das Leben jeden Morgen mit Genuß an, betrachten wir die Welt auch heiter durch die Bratröhre, das Weinglas und den silbrigen Rauch einer Zigarre. So wie ein Steinhaufen aufhört, ein Steinhaufen zu sein, sobald er von einem Menschen betrachtet wird, der das Bildnis einer Kathedrale in sich trägt, so wird jeder Tag zu einem Genuß-Fest, sobald Mann und Frau sich die unvoreingenommene Hingabe an den Augenblick gestatten.

Das Leben ist bekanntlich nicht nur kurz, sondern vor allem einzig, deshalb: Brich die Regeln, vergib rasch, liebe wahrhaftig, küsse zärtlich und lasse nichts aus, was dich lächeln lassen könnte. Man kann auch sagen: Genießen ist ein Ernstnehmen der Schöpfung!

Möge 2016 uns allen ein Annus mirabilis sein!
Das wünscht August F. Winkler
   

Schenken: Irritationen zwischen Mann & Frau

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer schenkt, der beglückt, sagt der Philosoph. Das ist ein schöner Satz fürs Poesiealbum, aber wie so oft, wenn die Theoretiker sich auf den lichten Höhen ihrer Geisteswelt bewegen, sind sie dem Alltag weit entrückt. Der Praktiker weiß es deshalb auch besser: Schenken will gelernt sein, sagt er, und tatsächlich muss man keine Umfrageaktion starten, um zu erfahren, dass in dieser Disziplin speziell zwischen den Geschlechtern erhebliche Unsicherheit besteht, gipfelnd in der hundertsten Krawatte und dem falschen Parfum.

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Die Zigarre – eine Hommage

Geschrieben von: August F. Winkler

Es war ein Bild von erhabener Grazie, das man auch als erotisch bezeichnen konnte, wie hingebungsvoll und offensichtlich routiniert die Frau eine Zigarre entzündete. Sie drehte das Endstück langsam über der Flamme, bis es rundum sanft glühte. Erst dann nahm sie die „Churchill“ in den Mund, immerhin ein 14 Gramm schweres Stück im Doppelcorona-Format von 17,6 Zentimeter Länge und 1,85 Zentimeter Durchmesser, wegen ihres noblen Aromas auch die Chanel Nr. 5 unter den Puros genannt. Respekt, an einem solchen Drum sind schon Männer gescheitert.

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