Wort der Woche

Wort der Woche 21

Geschrieben von: August F. Winkler

Überhaupt geht mir das ganze iPhone-Fotografieren auf die Nerven!

Emmanuel RenautSagt Emmanuel Renaut, Küchenchef im „Flocons de Sel“ in Megève und 2012 mit dem dritten Michelin-Stern gekrönt. Kürzlich hat er das iPhone eines Freundes, der während eines gemeinsamen Essens ununterbrochen damit spielte, kurzerhand in dessen Champagnerglas versenkt. Renaut, der bei Marc Veyrat in Annecy gearbeitet hat und vor seinem Ritt in die Savoyer Alpen auch Küchenchef im Londoner „Claridge’s“ war, ist überhaupt ein Freund klarer Worte. Als Journalisten ihn fragten, ob seine auf regionalen Produkten basierende Küche eine „Alpine Cuisine“ sei, antwortete der Meister umwerfend herzerfrischend so: „Es gibt ja schon die ‚Garden Cuisine’ von Passard und die ‚Nature Cuisine’ von Redzepi. Wenn ihr meine Art zu kochen ‚Alpine Cuisine’ nennen wollt – nur zu. Wenn ihr sagt, das sei eine Mode – mir egal!

 

Wort der Woche 20

Geschrieben von: August F. Winkler

„Es hat mir immer eine besondere Befriedigung gewährt, ein Buch neben mir zu haben, wenn ich allein bei Tisch saß. Das Buch ersetzt mir die fehlende Gesellschaft. Ich verschlinge abwechselnd eine Seite und einen Bissen. Dabei habe ich das Gefühl, als ob das Buch mit mir dinierte.“

So empfand Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), der leselustige Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Wegbereiter der französischen Revolution. Sein Bekenntnis kontrastiert mit der Ansicht von Andy Warhol, der sich zum Essen die Gesellschaft eines Fernsehers wünschte.
 

Wort der Woche 19

Geschrieben von: August F. Winkler

Jeder, der kocht, ist zugleich bildender Künstler, Philosoph, Denker, aber auch Techniker, Ingenieur, Planer. Und natürlich ein Spurensucher - indem er überlieferte Rezepte kocht, folgt er Spuren in die Vergangenheit. Das Kochen reicht viel weiter in die Geschichte zurück als andere künstlerische Tätigkeiten. Wo die anderen Disziplinen verschwinden, nach ein paar 100 000 Jahren, geht das Kochen weiter und weiter.

Das sagt Peter Kubelka (78), Österreicher, Avantgarde-Filmer und Ex-Rektor an der Städelschule Frankfurt, wo er über Film und Kochen als Kunstgattung gelehrt hatte, auf die Frage, ob Kochen auch Kunst sei. Kubelka will beweisen, daß man kochend den Kosmos erkennen kann: „Die Grundlagen unserer Weltsicht sind mit der Speisenbereitung gewachsen.“ Indem der Mensch ein Ei aufschlägt, macht er sich zum Herrn über die Natur, die er zu seinen Gunsten verändert; pflückt er eine Frucht, so löst er, was Gott gebunden hat. Wer Peter Kubelka zuhört, bekommt eine erweiterte Sicht auf die Welt und betrachtet eine Bratwurst künftig mit anderen Augen.
   

Wort der Woche 18

Geschrieben von: August F. Winkler

Keine Nüsse?
Das beklagte Stan Laurel im ersten Tonfilm des unsterblichen Komikerpaares Stan Laurel und Oliver Hardy nach folgender Einleitung durch Oliver, den Dicken: „Erst einmal gehen wir essen – ein großes, dickes, saftiges Steak mit Champignonsauce, Erdbeeren mit Schlagsahne, Kaffee und danach eine dicke schwarze Zigarre!“ Stan, der Dünne: „Keine Nüsse?“

Das ist ein kulinarischer Dialog von höchster Finesse und eigentlich sogar literarischer Qualität.
 

Wort der Woche 16

Geschrieben von: August F. Winkler

„Es ist wunderbar, in wie nahen Beziehungen Menschenglück und Putenbraten zueinander stehen,und welche Püffe das Herz verträgt,wenn man jeden Schlag mit einer Flasche Markobrunner parieren kann.“

Theodor Fontane
Theodor Fontane (1819-1898), gelernter Apotheker und geborener Schriftsteller (Effi Briest, Stine, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Der Stechlin), hat sich in ebenso feinsinniger wie kundiger und ironischer Weise auch dem Essen und Trinken gewidmet.
   

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Wort der Woche

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Nadar

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