Wort der Woche

Wort der Woche 15

Geschrieben von: August F. Winkler

Nach dem Nichtstun weiß ich für mich keine köstlichere Beschäftigung als zu essen, anständig zu essen, versteht sich. Das, was die Liebe für das Herz ist, ist der Appetit für den Magen. Der Magen ist der Dirigent, der das große Orchester unserer Leidenschaften leitet und aktiviert. Den leeren Magen stellt das Fagott dar, daß das Mißvergnügen brummend intoniert, oder die Pikkoloflöte, die das Verlangen hinaus schreit. Der volle Magen hingegen ist die Triangel des Vergnügens oder die Kesselpauke der Freude.

rossini
Gioachinio Rossini (1792-1868) war nicht nur Sänger und als Opernkomponist ein Meister der Opera buffa (Der Barbier von Sevilla), sondern auch ein großer Feinschmecker und dazu ein geistreicher Schreiber. Ihm ist ein Klassiker der Kochkunst gewidmet, die Tournedos alla Rossini: Rinderfiletscheiben, gebraten, mit einer Scheibe Gänsestopfleber belegt und großzügig mit schwarzen Trüffeln bestückt, werden in einer Madeirasauce serviert.
 

Wort der Woche 14

Geschrieben von: August F. Winkler

„Was Süßigkeiten betrifft, so akzeptiere ich nur Gebäck – und auch das muß recht solide sein. All diese schaumigen Desserts blähen nur meinen Magen auf und nehmen darin zu viel kostbaren Platz ein, der auf bessere Art ausgefüllt werden könnte.“

dumas alexandre der aeltere
Alexandre Dumas der Ältere (1802-1870), Enkel des Marquis Alexandre Davy de la Pailleterie, phantasievoller, ungemein fleißiger Schriftsteller und bekennender Gourmet, der heute vor allem durch seine Historienromane wie „Die drei Musketiere“, „Der Graf von Monte Christo“, „Die Bartholomäusnacht“ und „Der Mann in der eisernen Maske“ bekannt ist. Feinschmecker schätzen ihn freilich besonders für sein ebenso feinsinnig wie kenntnisreich geschriebenes dreibändiges „Großes Wörterbuch der Kochkunst“ (Le Grand dictionnaire de cuisine“ von 1871
.
 

Wort der Woche 13

Geschrieben von: August F. Winkler

„Viel Essen macht viel breiter
Und hilft zum Himmel nicht.
Es kracht die Himmelsleiter.
Kommt so ein schwerer Wicht.
Das Trinken ist gescheiter,
Das schmeckt schon nach Idee
Da braucht man keine Leiter,
Das geht gleich in die Höh’“

Erkenntnis von Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857), dem bedeutenden Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik (Aus dem Leben eines Taugenichts).
   

Wort der Woche 12

Geschrieben von: August F. Winkler

Sterneköche haben Verantwortung. Wir dürfen nicht abheben.

Dieses bedenkenswerte Bekenntnis stammt von Harald Wohlfahrt, dem seit zwanzig Jahren mit drei Michelin-Sternen geadelten Meisterkoch in der „Schwarzwaldstube“ des Hotels „Traube Tonbach“ in Baiersbronn, der sich aktiv für eine Verbesserung des Essens in Großküchen von Unternehmen einsetzt und meint, auch Kantinenkost kann „lecker, gleichzeitig gesund und nachhaltig„ sein.
 

Wort der Woche 11

Geschrieben von: August F. Winkler

"Schönheit liegt immer in den Augen des Betrachters. Ein ausgelöster Rehrücken kann mich so faszinieren wie andere Männer ein knackiger Frauenrücken."

Das sagte Eckart Witzigmann, Star-Koch und Liebhaber alles Schönen, dem freilich auch freundschaftlich und in Kenntnis seiner Neigungen unterstellt werden darf, daß ihn das, was er etwas genant kaschierend als knackigen Frauenrücken bezeichnet, ebenfalls fasziniert.
   

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Wort der Woche

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Nadar

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Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

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