Wilhelm Busch

„Drum, hab’ ich mir auch stets gedacht
zu Haus und anderwärts:
Wer einen guten Braten macht,
hat auch ein gutes Herz.“
 
Busch Wilhelm

Tempi passati, weitgehend aus und nahezu vorbei: Was Heinrich Christian Wilhelm Busch, 1832-1908, der Literat, Maler, Zeichner und geniale Wortezauberer, so trefflich als Hommage an das große Fleischstück rühmend reimte, ist heute allenfalls in einigen gutbürgerlichen Lokalen und privaten Küchen zu finden. In unserer Epoche der Fertiggerichte und von Köchen, die einen Hauptgang als gastronomischen Flickenteppich aus einem akkurat rechteckig auf neun mal dreikommafünf Zentimeter zugeschnittenem Stück Fleisch in der Umgebung von einem Dutzend Schäumchen, Tröpfchen, Tupfern, gelierten Strichen, Klecksen und dergleichen buntem Nippes mißverstehen, ist der große Braten zur Rarität geworden. Hinzu kommt die Zunahme zaghafter Esser, die vor einer im Ganzen gebratenen Gans oder Ente, einer Hochrippe vom Grill, einer Lammkeule oder einem veritablen Burgunderbraten keineswegs wohlig erschauern, sondern sich darob erschrecken.

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