Wilhelm Busch

„Ein Onkel, der Gutes mitbringt,
ist besser als eine Tante,
die bloß Klavier spielt.“

Busch Wilhelm


Wilhelm Busch, ja der Max-und-Moritz-Mann nebst weiteren unsterblichen Reimkünsten, hat dies erkannt und damit einen feinen Sinn für verwandtschaftliche Nuancen - nicht nur an Weihnachten - aufgezeigt. Den Deutschen gilt Busch als Humorist, aber abgesehen davon daß Humor in den meisten Fällen mit Witz verwechselt wird, ist solcher Titel eine Geringschätzung des Mannes, der nicht nur ein kundiger Esser und Trinker war, sondern auch ein begabter Maler, Literat und insbesondere ein geistreicher Wortezauberer. Von ihm stammt beispielsweise der kürzeste Heiratsantrag in der Literatur: „Mädchen, - so spricht er – sag mir ob - / Und sie lächelt: Ja, Herr Knopp!“

Und millionenfach verkauft hat sich Buschs „ Max und Moritz“, vor 150 Jahren als Erstausgabe erschienen, in 4 000 Exemplaren, gedruckt auf Holzdruckstöcken und mit zarter Schablonenkolorierung: „Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!“ Auch bei den beiden bösen Buben ist die Komik von Busch näher an der Katastrophe als bei der Idylle – die beiden stupsnasigen Knaben, die sich über „weise Lehren“ lustig machen, sich nicht zum „Guten bekehren“ lassen wollen und zu jeder „Übeltätigkeit“ bereit sind, enden schließlich als Entenfutter, was der Müller nach diesem Fall von Selbstjustiz unbekümmert so kommentiert: „Wat geiht meck dar an?“

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