Schnaps & Geist

Champagner-Cocktails: Mix den Prince of Wales

Geschrieben von: August F. Winkler

Es beginnt am späten Nachmittag mit einem sehnsuchtsvollen Geschmack im Mund wie ein Verlangen nach Liebe. Gleich danach ist klar, ein eleganter Longdrink muß her, und zwar sofort. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, dieses Verlangen zu befriedigen: selber mixen oder mixen lassen. Letzteres führt in eine Bar, eine American Bar, um genau zu sein, also eine jener Kammerbühnen des Abendlebens, in dem einem die gute Laune das Glas führt und die zarten Stückerln zu zweit gespielt werden. Beim Drink zu Hause kann man sich je nach Stimmung entspannen, mit Musik, einem Buch, auf der Terrasse oder im Bad. Sind Freunde angesagt, ist der Longdrink auch gleich der Willkommenstrunk für die heilige Stunde des Aperitifs.

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Die Maibowle: ein glorioses Comeback des Klassikers

Geschrieben von: August F. Winkler

„Altmodisch“, zischelte es mir aus grell
geschminktem Mund entgegen,
als ich meine Liebe zur Maibowle bekannte.
Alt ist sie, das stimmt,
aber auch ein Klassiker,
somit zeitlos und unsterblich.

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Cocktails: Erhabene Renaissance der Klassiker

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer glaubt, beim Mixen sei alles erlaubt, wird spätestens am Morgen danach seinen Irrtum schmerzlich bemerken.


Mag schon sein, daß gewisse Modefratzen immer noch Fancy drinks mit so obskuren Namen wie „Yellow Fever“ oder „Chi Chi“ trinken. Wer jedoch Stil hat und ein angeborenes Gefühl für Werte, der war stets den klassischen Cocktails à la Dry Martini, Manhattan, Side Car, Daiquiri, Singapore Sling, Bronx, Alexander & Co treu. Die sind heute wieder so ritzy wie einst in den röhrenden Zwanzigern. Im Gegensatz zum Drinkfummel wie den schrillen Longdrinks, die, bunt, süßlich und alkoholarm, eine Zeitlang in den Szenelokalen als modisch galten, erleben die Klassiker eine wunderbare Renaissance: sie sorgen für Schwung auf der Party, sie eröffnen und beenden den Abend, ob zu Hause oder unterwegs in einer American Bar, wo ein guter Keeper den Manhattan im Fox-Rhythmus mixen wird, den Dry Martini hingegen im langsamen Walzer-Takt und jeder Drink so schmeckt, wie es sich Walther Kiaulehn, der Münchner Theaterkritiker, gewünscht hatte: „Glatt, kühl, einfach!“

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Gin: der Klassiker wird neu entdeckt

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Gentleman und auch die Lady brauchen nicht lange nachzudenken, wie sie jetzt, wenn die Tage schon ein wenig fröstelnd schrumpfen, die Abende inszenieren. Sobald die heilige Stunde des Aperitifs schlägt, gehen sie, erfaßt von einer Sehnsucht nach dem melodiösen Klirren der Gläser, an den Schnapsschrank und mixen sich einen Cocktail. Welchen, das hängt von der Stimmung ab. Mal ist vielleicht der raffinierte „Tosca“ angebracht (ein Stück Würfelzucker mit Bénédictine tränken, in eine Schale legen, ein Glas Port dazugießen, mit kaltem Champagner auffüllen, diskret umrühren). Verwegener ist der „Thunderclap“: je zwei Glas Brandy, Gin und Whisky zusammen schütten und herrisch einmal durchrühren. Nach dem Servieren gab Harry Craddock, der geniale Chef der Londoner “Savoy-Bar“ und Erfinder dieses Donnergetränks, eine Empfehlung: „Renne um Dein Leben.“ Stets angemessen als abendliche Trink-Ouvertüre ist der große Klassiker namens „Dry Martini“: viel Gin, wenig Noilly Prat plus eine grüne Olive mit Stein.

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Dry Martini ultimativ

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Aperitif genannte Drink vor dem Essen soll nicht nur eine genüssliche Eröffnung sein. Die erste Pflicht des Apero ist das Wecken der Sinne, das sanfte Öffnen von Leib und Seele für die Wohltaten aus Küche und Keller. Eiskaltes erschreckt, Parfümiertes sättigt, Würziges vernebelt, Hochprozentiges betäubt. Da bleibt nicht viel über. Sherry ist ein geborener Aperitif, zumal wenn es ein trockener Fino mit nussigem Aroma von Emilio Lustau ist.

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