Cocktails

Dry Martini: Symbol eleganter Bar- und Trinkkultur

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Aperitif genannte Drink vor dem Essen soll nicht nur eine genüssliche Eröffnung sein. Die erste Pflicht des Apero ist das Wecken der Sinne, das sanfte Öffnen von Leib und Seele für die Wohltaten aus Küche und Keller. Eiskaltes erschreckt, Parfümiertes sättigt, Würziges vernebelt, Hochprozentiges betäubt. Da bleibt nicht viel über. Sherry ist ein geborener Aperitif, zumal wenn es ein trockener Fino mit nussigem Aroma von Emilio Lustau ist. Auch ältere Weißweine mit delikater Edelfirne und weißer Port, die beide in ihren Aromen dem Sherry ähneln, eignen sich. Aber der Klassiker unter den Aperitifs ist nun mal der Dry Martini: köstlich, elegant, unsterblich und doch selten richtig komponiert.

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Singapore Sling: der Klassiker ist 102 Jahre alt

Geschrieben von: August F. Winkler

Die „Wohltaten des Alkohols“, die ihn auch beim „Liebesakt sehr angenehm“ begleiteten, hat der Künstler gerne genossen, und wenn „die geheiligte Stunde des Aperitifs“ schlug und er versinken wollte in einen köstlichen „Zustand der Träumerei“, zelebrierte er jenes „subtile Ritual“, das “einen wohligen Rausch bewirkt“ und „einer leichten Droge gleicht“. Dann mixte sich Luis Bunuel, 1900-1983, der große Surrealist des Kinos, einen Cocktail. So ein Dry Martini beflügelte seine Phantasie und gebar die - leider nie verfilmte - Idee, eine Bar aufzumachen, in der nur exquisite Drinks gemixt werden. Sobald ein Gast tausend Dollar versoffen hatte, müßte eine Kanone Salut schießen. Bunuel malte sich dann in behaglicher Süffisanz aus, wie ein Spießer, durch den lauten Bumser im Schlaf gestört, mosert: „Wieder so ein Saukerl, der tausend Dollar auf den Kopf gehauen hat.“

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Champagner-Cocktails: Mix den Prince of Wales

Geschrieben von: August F. Winkler

Es beginnt am späten Nachmittag mit einem sehnsuchtsvollen Geschmack im Mund wie ein Verlangen nach Liebe. Gleich danach ist klar, ein eleganter Longdrink muß her, und zwar sofort. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, dieses Verlangen zu befriedigen: selber mixen oder mixen lassen. Letzteres führt in eine Bar, eine American Bar, um genau zu sein, also eine jener Kammerbühnen des Abendlebens, in dem einem die gute Laune das Glas führt und die zarten Stückerln zu zweit gespielt werden. Beim Drink zu Hause kann man sich je nach Stimmung entspannen, mit Musik, einem Buch, auf der Terrasse oder im Bad. Sind Freunde angesagt, ist der Longdrink auch gleich der Willkommenstrunk für die heilige Stunde des Aperitifs.

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Die Maibowle: ein glorioses Comeback des Klassikers

Geschrieben von: August F. Winkler

„Altmodisch“, zischelte es mir aus grell
geschminktem Mund entgegen,
als ich meine Liebe zur Maibowle bekannte.
Alt ist sie, das stimmt,
aber auch ein Klassiker,
somit zeitlos und unsterblich.

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Cocktails: Erhabene Renaissance der Klassiker

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer glaubt, beim Mixen sei alles erlaubt, wird spätestens am Morgen danach seinen Irrtum schmerzlich bemerken.


Mag schon sein, daß gewisse Modefratzen immer noch Fancy drinks mit so obskuren Namen wie „Yellow Fever“ oder „Chi Chi“ trinken. Wer jedoch Stil hat und ein angeborenes Gefühl für Werte, der war stets den klassischen Cocktails à la Dry Martini, Manhattan, Side Car, Daiquiri, Singapore Sling, Bronx, Alexander & Co treu. Die sind heute wieder so ritzy wie einst in den röhrenden Zwanzigern. Im Gegensatz zum Drinkfummel wie den schrillen Longdrinks, die, bunt, süßlich und alkoholarm, eine Zeitlang in den Szenelokalen als modisch galten, erleben die Klassiker eine wunderbare Renaissance: sie sorgen für Schwung auf der Party, sie eröffnen und beenden den Abend, ob zu Hause oder unterwegs in einer American Bar, wo ein guter Keeper den Manhattan im Fox-Rhythmus mixen wird, den Dry Martini hingegen im langsamen Walzer-Takt und jeder Drink so schmeckt, wie es sich Walther Kiaulehn, der Münchner Theaterkritiker, gewünscht hatte: „Glatt, kühl, einfach!“

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