Tee

Sieben Frühlingstees aus China: wie Champagner ohne Alkohol

Geschrieben von: August F. Winkler

Es gleicht einem prächtigen Schauspiel, wenn Rainer Schmidt in Ausübung seines Berufes den Tee irgendwie mehr inhaliert als trinkt. Er ist Händler und Tea-taster in einer Person, und wenn er in seinem hanseatischen Kontor die Muster probiert, die ihm Agenten aus der Teewelt rund um den Globus zuschicken, klingt es wie eine rustikale Sinfonie vom Lande. Der gewaltige Schmatz, mit dem Schmidt jeden Schluck in sich hineinzieht, ist mit schlürfen noch gnädig beschrieben; eher hören sich die Sauggeräusche, mit denen der Tea-taster jeden Schluck Tee aufsaugt, daran kurz und herrisch, doch sichtlich konzentriert herumschmatzt und gleich wieder zielsicher in einen Kupferbehälter ausspuckt, nach einem Luft japsenden Ferrari an, der vom fünften auf den vierten Gang herunter geschaltet wird.

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Matcha: Köstlichkeit für aufgeweckte Schaumschläger

Geschrieben von: August F. Winkler

Jadegrün glänzt der Tee in der Schale aus weißem Porzellan, aus der im Nu ein Duft von sinnenbetörender Intensität strömt, kraftvoll und zugleich ziseliert. Es beginnt ganz sanft nach Kaiserschoten nebst ein wenig Wiesenblumen. Dann entwickelt sich ein Aroma wie geschälte weiße Mandeln, flankiert von etwas Wassermelone und Haselnuß nebst Orangenzesten, unterlegt von einer zartsüßen Spur à la Mürbteig mit einem Hauch, wirklich nur einem Hauch von Vanille. So reich und vielschichtig wie das Bukett ist der von cremiger, samtig-weicher Textur geprägte Geschmack mit Einsprengseln von nussigen Noten und einer raffinierten Kombination von Umami mit natürlicher Süße: samtig vom ersten bis zum letzten Schluck, kein bißchen bitternd.

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Tee & Geist: Das Drama um den 1st flush in Darjeeling

Geschrieben von: August F. Winkler

Um gleich mit der leider unvermeidlichen Grausamkeit zu beginnen: Unwetter mit starkem Frost, Schnee und mächtigem Hagelschlag haben in Darjeeling, dem renommierten nordindischen Teeanbaugebiet am Fuße des Himalajas zwischen Nepal, Sikkim, Bhutan und Bangladesch weite Teile der Teeplantagen mit der Folge zerstört, daß die bereits begonnene – und als verheißungsvoll eingeschätzte - Ernte der sogenannten 1st-flush-Pflückung abrupt beendet worden ist. Experten meinen, daß für etliche Plantagen die First-flush-Tee-Kampagne für 2016 damit erledigt sei, denn der Hagel habe derart massiv gewütet und so viele Blätter von den Sträuchern abgerissen, daß es Monate dauern würde, bis die nachgewachsen und für eine neue Ernte reif seien.

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Tee & Geist: Oolongs sind wie Champagner ohne Alkohol

Geschrieben von: August F. Winkler

Tea for two
And two for tea
Me for you
And you for me…

Teegeschichten, die in erhabenem Pathos mit der Beschreibung der japanischen Teezeremonie beginnen, sollte man nicht zu Ende lesen. Zwei, drei Tassen starken Tees, ob schwarz oder grün, haben auch ohne zeremonielles Tamtam eine affektreinigende Wirkung. Notorische Teefexe können das bezeugen. Eine ganze Kanne macht dich angenehm high, hochsensibel und fähig, die Einstein’sche Relativitätstheorie spontan zu begreifen. Tee ist nun mal eine wunderbare Droge für den Geist. Ein Darjeeling trimmt die Gehirnzellen so effektiv wie ein Assam, ein Oolong oder grüner japanischer Sencha. Tests haben ergeben, daß Mathematiker mit Tee schneller Aufgaben lösen als nach Kaffee. Aber was Japans Teemeister aufführen oder, ärger, ihre europäischen Adepten, das gleicht dem Lockendrehen auf einer Glatze.

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Aroma-Tees: für Puristen eine abscheuliche Mode, außer Earl Grey und Jasmin

Geschrieben von: August F. Winkler

Noch bevor das heiße Wasser auf den Tee trifft, steigt aus der feinen Porzellantasse ein raffinierter Duft von würziger Süße hoch, ergänzt um sanfte vanillige Töne nebst einem Hauch von Karamell, etwas Gewürzen sowie dunklem Honig und einer erfrischenden Zitrus-Note. Das Auge hat sich bereits an der goldgelben Farbe mit dem Rosa-Schimmer erfreut. Das köstliche, Genuß verheißende Aroma entströmt einem Earl Grey, einem fein mit dem Öl der Bergamotte parfümierten Schwarztee aus Darjeeling von würziger Aromatik, samtiger Textur und zarter Süße. Das ist ein Tee, der kühlen Frühlingstagen etwas sonnengleiche Wärme zu geben vermag - und das rechte Getränk für melancholisch durchwobene Stunden.

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