Wein & Co

Weine, die man nicht vergißt

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

1990 Château La Fleur de Gay:
Der Wein aus der drei Liter fassenden Doppelmagnum darf gefahrlos gelobt werden. Klaus Wagner hatte die Rarität anläßlich des Wachauer Gourmet-Festivals in seinem schönen „Landhaus Bacher“ in Mautern aus dem Keller geholt; dazu gab es eine von Lisl Wagner-Bacher und Thomas Dorfer kongenial zubereitete „Beiriedschnitte mit Holzkohlearomen“ nebst geschmorten Frühlingszwiebeln, Saubohnen und confierten Erdäpfeln – die „Holzkohlearomen“ waren natürlich so subtil angelegt, daß sie die ziselierte Fruchtsüße des Weins kontrapunktisch ergänzten und für entsprechende kulinarische Spannung sorgten.

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Wein in Großflaschen: animierend, wertsteigernd und sexy

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Runde war erst irritiert, dann verblüfft und schließlich nachdenklich. Anlass dieses emotionalen Gemenges war eine Blindprobe mit vier Gläsern, in die der Gastgeber ebenso didaktisch wie listig den gleichen Wein undekantiert gefüllt hatte: 2009 Château Montrose aus unterschiedlichen Formaten von der Normalflasche über Magnum und Doppelmagnum bis zur Impériale. Das Ergebnis war nicht überraschend, in seiner Eindringlichkeit dennoch lehrbuchhaft, denn je größer das Gefäß, desto verschlossener, ja herrischer gab sich der Wein. Aus der Standardflasche (0,75 Liter) war der Grande aus St. Estephe bereits zugänglich mit ersten leisen Anzeichen von beginnender Reife, wohingegen Doppelmagnum (3 Liter) wie Impériale (6 Liter) aktuell noch keinen Genuss bescherten. Die Weine gaben sich tanninbetont, total verknospt, einfach sperrig in ihrer gespannten Muskulatur. Am besten unter den Großformaten gefiel der Wein aus der Magnum, doch dies erst nach dreistündigem Dekantieren. Dann verband sich jugendliche Kraft mit aufblühender Eleganz.

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Das Genußatelier: Weinvergleiche zwischen sinnvoll und obskur

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Schopenhauer, der Philosoph und geistreiche Ironiker, hat das Vergleichen als die Quelle allen Übels benannt. Da ist was dran, das gilt auch für den immer beliebter werdenden Vergleich von Weinen und speziell dann, wenn unterschiedliche, vielleicht noch stark divergierende Rebsorten miteinander verglichen werden – und dies nicht selten in der Manier eines Kampftrinkens. Um nicht mißverstanden zu werden: Vergleiche sind nötig und wichtig, um sich ein Urteil bilden zu können, auch um herauszufinden, was einem wie schmeckt. In diesem Sinne ist das Vergleichen der erste Schritt zur Aufklärung, nur sollte es nicht wie ein Krieg inszeniert werden. Wer ein filigranes Möselchen gegen einen kapitalen Elsässer Riesling trinkt und bewertet, hat vom Wein und zumal von angewandter Trinkkultur nichts begriffen.

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Angewandte Trinkkultur zwischen Kathedralen und Kapellen

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Es gibt Kathedralen von derart grandiose Schönheit und Pracht, daß man den Atem anhält und den lieben Gott siezt. Dieses Gefühl von Erhabenheit strengt freilich an, und so sucht man nach Entspannung – vielleicht in einer Bergkapelle von schlichter Würde.

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Riesling: weltweiter Triumph von Rasse und Eleganz

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist wie ein Schock des Glücks. Der Wein, ein 1920er Steinberger Riesling Cabinet aus dem Keller des Staatsweinguts Kloster Eberbach, hat die Sinne aufgewühlt und zugleich mit tiefer Genußseligkeit erfüllt. Altgolden, ja bronziert floß der damals noch als „naturrein“ etikettierte Wein ins Glas. Anfangs machte sich ein Duft nach Bohnerwachs bemerkbar, der sich jedoch im Glas rasch verlor und einem suggestiven Aromenmosaik Platz machte aus Blütenhonig, Quitte, Aprikosengelee und etwas Karamell nebst einem nun feinen Ton nach Bienenwachs. Der in Auslesequalität gefüllte Wein aus einem großen Jahrgang war der Star einer Weltraritätenprobe im Rahmen des Rheingau Gourmet & Weinfestivals 2011 im schönen Hotel Kronenschlößchen in Hattenheim. Der immerhin 91jährige Wein, von Gutschef Dieter Greiner mit berechtigtem Stolz präsentiert, verbesserte sich im Glas über Stunden hinweg und zeigte seine enorme Vitalität als rassiger, immer noch frischer Wein ohne Runzeln – allenfalls eine feine Firne war zu konstatieren. Das war und ist flüssige Geschichte.

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2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

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