Wein & Co

Mouton-Galerie: 1976 – Pierre Soulages

Mouton-Galerie

Geschrieben von: August F. Winkler

Über kein Weingut ist mehr geschrieben worden, kein Wein unter den Bordeaux-Granden, Lafite, Margaux und Latour eingeschlossen, ist populärer: Château Mouton-Rothschild! Den kennen auch Sonntagstrinker und vermögen darüber artig zu parlieren, selbst wenn sie den Wein noch nie getrunken haben. Liegt’s an der Klasse, der außergewöhnlichen Güte des Gewächses? Gewiß spielt der reine Weinwert eine Rolle, fördert ein Monument wie der 1945er die Legendenbildung. Allerdings ist Mouton unter den Großen nicht unbestritten der Größte, gibt es unter den Jahrgängen auch etliche Ausreißer, nach oben und mehr noch nach unten. Und ob der 1945er wirklich der „größte Wein aller Zeiten“ ist, wie ein Weinhändler meint und für die Flasche knappe 10 000 Euro fordert, ist kühn behauptet. Selbst wenn man edelsüße Weine ausnimmt, finden sich allein unter den Bordelaiser Roten weitere Größen à la 1959 Lafite, 1961 Margaux und Latour oder Weine, die dem 45er an Exzentrik kaum nachstehen wie Cheval Blanc sowie Lafleur des Ausnahmejahrgangs 1947.

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Champagner zum Essen ist wie Mozart im Mai

Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

Das „Faschierte vom Kalb auf Radieschen“, mit dem im Münchner „Tantris“ ein exzellentes Champagne-Mahl begann, war eigentlich die beste Frikadelle, die man sich vorstellen kann. Küchenchef Hans Haas hatte diese köstliche Vulgarität so feinsinnig gewürzt, daß sich eine perfekte Liaison mit der aus der1,5 Liter fassenden Magnumflasche eingeschenkten 1988er La Grande Dame ergab, der grazilen, nach Zitrusfrüchten, Blumen und Nüssen nebst einem aparten Hauch von Honig duftenden Prestige-Cuvée von Veuve Clicquot. Die hat noch einige köstliche Jahre vor sich, und schon flüstert Heinz Winkler, der Vorgänger von Haas und heutige Patron der schönen Residenz in Aschau, begeistert: “Der würde auch gut zu Kaviar passen.“

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Korkenzieher: Kunstobjekt und der Schlüssel zum Weingenuß

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

„Eine gute Flasche Wein ist vor allem eine offene Flasche Wein“ – piemontesische Redensart.

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Weine, die man nicht vergißt

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

1990 Château La Fleur de Gay:
Der Wein aus der drei Liter fassenden Doppelmagnum darf gefahrlos gelobt werden. Klaus Wagner hatte die Rarität anläßlich des Wachauer Gourmet-Festivals in seinem schönen „Landhaus Bacher“ in Mautern aus dem Keller geholt; dazu gab es eine von Lisl Wagner-Bacher und Thomas Dorfer kongenial zubereitete „Beiriedschnitte mit Holzkohlearomen“ nebst geschmorten Frühlingszwiebeln, Saubohnen und confierten Erdäpfeln – die „Holzkohlearomen“ waren natürlich so subtil angelegt, daß sie die ziselierte Fruchtsüße des Weins kontrapunktisch ergänzten und für entsprechende kulinarische Spannung sorgten.

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Wein in Großflaschen: animierend, wertsteigernd und sexy

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Runde war erst irritiert, dann verblüfft und schließlich nachdenklich. Anlass dieses emotionalen Gemenges war eine Blindprobe mit vier Gläsern, in die der Gastgeber ebenso didaktisch wie listig den gleichen Wein undekantiert gefüllt hatte: 2009 Château Montrose aus unterschiedlichen Formaten von der Normalflasche über Magnum und Doppelmagnum bis zur Impériale. Das Ergebnis war nicht überraschend, in seiner Eindringlichkeit dennoch lehrbuchhaft, denn je größer das Gefäß, desto verschlossener, ja herrischer gab sich der Wein. Aus der Standardflasche (0,75 Liter) war der Grande aus St. Estephe bereits zugänglich mit ersten leisen Anzeichen von beginnender Reife, wohingegen Doppelmagnum (3 Liter) wie Impériale (6 Liter) aktuell noch keinen Genuss bescherten. Die Weine gaben sich tanninbetont, total verknospt, einfach sperrig in ihrer gespannten Muskulatur. Am besten unter den Großformaten gefiel der Wein aus der Magnum, doch dies erst nach dreistündigem Dekantieren. Dann verband sich jugendliche Kraft mit aufblühender Eleganz.

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