Wein & Co

Schampus und Kapital: Dom Perignon und der Luxus - Genuß oder Hybris?

Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

„Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut, sondern das Gegenteil von Gewöhnlichkeit“
(Coco Chanel)
„Zuviel von einer guten Sache kann einfach wundervoll sein“
(Mae West)

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Große Braten dürsten nach molligen Weinen

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein Hummer, herausfordernd platziert auf dem nackten Bauch seiner geliebten Frau Gala, das war für den Surrealisten Dali die Inkarnation von kulinarischer Erotik. Wenn Köche sich in zärtlichen Flirt-Menüs versuchen, fällt ihnen außer Hummer und Languste nur die Dreierbande Kaviar, Trüffel und Auster ein; letztere gilt schon wegen ihrer schoßähnlichen Form seit zweitausend Jahren als besonders aphrodisierend. Dazu gibt es dann pastellfarbene Sößchen, nur: Von Leidenschaft ist bei solchen Arrangements nichts zu spüren. Was sich Dali und unsere Spitzenköche unter erotischer Küche vorstellen, ist Küchen-Nippes. Venus würde sich bei solchem Tandaradei langweilen. Wirklichen Küchensex haben hingegen große Braten, ob von der Gans und der Ente, von Rind, Lamm, Schwein oder Wild.

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2011 Kiedricher Gräfenberg, Riesling tr., Weingut Robert Weil

Wein der Woche

Geschrieben von: August F. Winkler

2011 Kiedricher Gräfenberg, Riesling tr., Weingut Robert Weil

Die Pracht hat viele Seiten und auf einer steht: Gräfenberg. Der hellgelb mit grünem Schimmer glänzende Wein, dekantiert und aus großzügig geformten Gläsern getrunken, öffnet sich langsam und entbietet Nase sowie Gaumen einen suggestiven, reich und komplex geschichteten Aromenfluß mit reintönigen, botrytisfreien Noten von gelben Früchten (wie reifem Pfirsich, Apfel, frischer Ananas, etwas Zitrus) sowie einem aparten, an Anis erinnernden Würzehauch.

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Korkige Irrungen und Verwirrungen

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Man erlebt es täglich: korkkranken Wein in der Gastronomie, kurz korkig genannt. In einem guten Lokal sollte so etwas zwar nicht vorkommen, weil vom Service zu erwarten ist, dass fehlerhafte Weine gar nicht erst eingeschenkt werden. Aber Ideal und Praxis klaffen oft auseinander. Und so passiert es dem Gast, dass ihm mit einem verschwörerischen Augenzwinkern à la „Wir Kenner unter uns“ der frisch gezogene Korken auf einem Silberschälchen überreicht wird, egal ob der Wein einen Fehler hat oder nicht. Der eine Gast riecht nun verlegen daran, ein anderer mit sittlichem Ernst, nur wenige entziehen sich diesem Ritual, aber: Hat das Spiel überhaupt einen Sinn?

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1966er-Revue: Bordeaux und Rheingau - trinkend Geschichte erleben

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Auf der Hitliste des Luxus und der Moden nehmen Weinproben einen vorderen Platz ein. Es ist ritzy, große und rare Gewächse im Kreis von Gleichgesinnten zu trinken. Verkostungen mit gesellschaftlichem Anstrich gibt es freilich seit Hunderten von Jahren. Der „Büchsenbund“, ein Leipziger Cercle von Honoratioren, hat - mit angemessenem Augenzwinkern – den Wein als höchstes irdisches Gut angesehen und, so um 1800 herum, regelmäßig bei fröhlichen Gelagen über Gott, die Welt und den Wein geplaudert. Zahlreiche Bruderschaften pflegten schon im Mittelalter das Ritual von Weinproben, und in Chroniken wird von trinkfesten Weinschwestern berichtet, spöttisch auch „Saufurscheln“ genannt. Kurzum: Der Wein war immer schon neben Genußmittel auch der große, zwischen Menschen Brücken schlagende Kommunikator.

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