Wein & Co

Irritation der Weinnasen oder: Konfusion der Sinne bei Blindproben

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Das Trinken und Bewerten von Wein ist – wie alles Ästhetische – eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der eine ist ein Körpertrinker. Der liebt die kraftvollen Gewächse, kein Wein kann ihm wuchtig genug sein. Robert M. Parker, der ebenso berühmte wie umstrittene Weinkritiker aus den USA, ist ein Vertreter dieser Fraktion mit der Folge, dass opulente Weine von ihm quasi vollautomatisch höher eingestuft werden als Kreszenzen mit Finesse. Der Eleganztrinker wiederum, international lange repräsentiert durch Michael Broadbent, schätzt im Wein die feinen Töne, die subtil ziselierte Vielschichtigkeit. So individuell wie die Weine sind eben auch die Trinker. Die oft zu registrierenden, teilweise gravierenden Unterschiede in den Bewertungen gründen freilich auch in der jeweiligen Erwartungshaltung.

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Unsinn mit Methode: die rhetorischen Pirouetten der Duftfetischisten

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Experten von "Knaurs" definieren Sprache als "System von sinnvoll verbundenen Lauten, mit dessen Hilfe Gedanken und Gefühle ausgedrückt und Informationen vermittelt werden“. Für den Philosophen stellt die Sprache den geistigen Zusammenhang zwischen den Sprechenden her, und bei Schiller, der nach dem harschen Urteil seines Jugendfreundes Petersen im Sinnlichen ohne Feingefühl war, angeblich kratzende Weine trank, salzigen Schinken aß und von garstigen Weibern umgeben war, doch Zitate im Dutzend produzierte, heißt es: „Stets ist die Sprache kecker als die Tat.“ Das gilt auch für die Beschreibung von Weinen.

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Schampus und Kapital: Dom Perignon und der Luxus - Genuß oder Hybris?

Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

„Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut, sondern das Gegenteil von Gewöhnlichkeit“
(Coco Chanel)
„Zuviel von einer guten Sache kann einfach wundervoll sein“
(Mae West)

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Große Braten dürsten nach molligen Weinen

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein Hummer, herausfordernd platziert auf dem nackten Bauch seiner geliebten Frau Gala, das war für den Surrealisten Dali die Inkarnation von kulinarischer Erotik. Wenn Köche sich in zärtlichen Flirt-Menüs versuchen, fällt ihnen außer Hummer und Languste nur die Dreierbande Kaviar, Trüffel und Auster ein; letztere gilt schon wegen ihrer schoßähnlichen Form seit zweitausend Jahren als besonders aphrodisierend. Dazu gibt es dann pastellfarbene Sößchen, nur: Von Leidenschaft ist bei solchen Arrangements nichts zu spüren. Was sich Dali und unsere Spitzenköche unter erotischer Küche vorstellen, ist Küchen-Nippes. Venus würde sich bei solchem Tandaradei langweilen. Wirklichen Küchensex haben hingegen große Braten, ob von der Gans und der Ente, von Rind, Lamm, Schwein oder Wild.

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2011 Kiedricher Gräfenberg, Riesling tr., Weingut Robert Weil

Wein der Woche

Geschrieben von: August F. Winkler

2011 Kiedricher Gräfenberg, Riesling tr., Weingut Robert Weil

Die Pracht hat viele Seiten und auf einer steht: Gräfenberg. Der hellgelb mit grünem Schimmer glänzende Wein, dekantiert und aus großzügig geformten Gläsern getrunken, öffnet sich langsam und entbietet Nase sowie Gaumen einen suggestiven, reich und komplex geschichteten Aromenfluß mit reintönigen, botrytisfreien Noten von gelben Früchten (wie reifem Pfirsich, Apfel, frischer Ananas, etwas Zitrus) sowie einem aparten, an Anis erinnernden Würzehauch.

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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Salade japonaise von Alexandre Dumas d. J.

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Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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