Wein & Co

Ausgereifte Weine sind hohe Trinkkultur:

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

großer Meursault und nobler Riesling

Täglich werden viele Morde begangen, und zwar an Weinen, die zu jung getrunken werden. Voreilig entkorkt werden nicht nur rote, sondern mehr noch weiße Gewächse. Ob es Rieslinge, Grüne Veltliner der Gütestufe Smaragd, Traminer oder burgundische Chardonnays aus der zweiten Hälfte der 90er-Jahre sind: wer die jetzt mirnichtsdirnichts wegschlabbert, ist als Täter freilich auch sein eigenes Opfer, denn er beraubt sich des Genusses, den ihm diese Weine, ausgereift, bieten würden. Alles Laute und Raue wird sich ins Feine und Geschmeidige gerundet haben, der Duft nuancierter, der Geschmack reicher sein. Das ist wie die Wandlung vom ungeschliffenen Stein zum brillanten Solitär.

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Punschiade: Der heiß geliebte unsterbliche Klassiker

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Eine Zeitlang, als die „beautiful people“ in den einschlägigen Szenelokalen tropische Longdrinks und ähnlichen Mixnippes, reich an Farbe, doch arm an Charakter, bevorzugten, standen Pünsche & Bowlen im gesellschaftlichen Out. Jede Zeit hat eben ihre Moden. Die sind zwar, wie der Dichter G.B. Shaw spottete, von „so unerträglicher Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen“, doch der Mensch eifert als notorisches Herdentier ziemlich blindlings den Leithammeln nach. Aber wie das so ist mit den wirklich guten Dingen: Sie überleben alle Moden, und so können wir in dieser Wintersaison die strahlende Wiederkehr der heißen Punsch-Getränke feiern. Es ist ritzy, Freunde zu Glühwein, Grog & Co einzuladen.

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2006 William Deutz, Champagne

Wein der Woche

Geschrieben von: August F. Winkler

2006 William Deutz, Champagne

Hellgolden tänzelt der Wein ins Glas und charmiert die Nase im Nu mit einem raffiniert geflochtenen Aromenstrauß aus gelben Früchten, weißer Johannisbeere und kleiner reifer Walderdbeere, ergänzt um Mandelblüte, getrockneter Papaya, Sanddorn und ein bißchen Brioche nebst einem zarten Hauch von Bratapfel sowie weißer Schokolade. Auch geschmacklich treten diese Aromen auf, zusätzlich empfehlen sich Haselnüsse und eine dezente, für Frische sorgende Zitrusnote. Der von feinen Fruchtnoten geprägte Körper ist kraftvoll gebaut, dabei geschmeidig, feinst gerundet, vielschichtig ziseliert, jung und von nachhaltigem Geschmack.

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Jubiläumsweine auf das Jahr 2017

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist nur natürlich, daß der Mensch so ziemlich alles mag, was mit ihm selber zusammenhängt. Primär dient die Eigenliebe der Arterhaltung, doch zu den Spielzügen des Egoismus, den die alte, schlaue Schöpfung ihren Kindern injiziert, gehört neben dem überlebenswichtigen Maß an Barmherzigkeit, mit dem wir uns im Spiegel betrachten, auch die Mystifizierung von Zahlen, die als existenzielle Eckdaten eine Rolle spielen, beginnend bei der Geburt und endend mit dem Tod.

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Genußatelier: Henri de Toulouse-Lautrec und seine Abscheu vor Wasser

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Diese Geschichte von Henri de Toulouse-Lautrec ist ein Stück angewandte Lebensart, angereichert mit einer feinen Prise Ironie. Der Maler, Junggeselle, passionierte Koch und begnadete Gastgeber war der umherzte Liebling seiner Mutter, die ihn von Kindheit an mit Delikatessen verwöhnte wie gemästeten Kapaunen, Meeresfrüchten, Wildbret, natürlich getrüffelter Gänseleber und edlen Weinen. „Ich mag diejenigen Gäste, die etwas Kannibalisches an sich haben und laut ‚Ich habe Hunger‘ schreien, wenn sie zum Essen kommen“, hat er postuliert, der selber raffinierte Menüs zubereitete und Kochrezepte sammelte.

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Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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