Wein & Co

1973 Château Latour

Verkostungsnotizen

Geschrieben von: August F. Winkler

Zeigt ein glänzendes Rubin. Ziseliertes Bukett mit Noten nach Rosen, Schwarztee, Trüffel und Malz. Relativ stabiler Körper mit delikatem Abgang. Gewiß, der Wein ist schon ein wenig erfüllt von einer Morbidezza, aber es ist eine voller Charme – und er vermittelt noch eine Ahnung von der für Latour typischen Ernsthaftigkleit. Gehört wie Pétrus zu den stärksten 1973ern und belegt eindrucksvoll, daß auch in einem sehr kleinen Jahrgang ein guter, ja sehr guter Wein gewonnen werden kann. Vielleich erstaunlich oder auch nicht, jedenfalls bemerkenswert: Robert M. Parker ignoriert den 73er.
 

2002 Cava Kripta

Verkostungsnotizen

Geschrieben von: August F. Winkler

Feines Perlen, finessiges Bukett, zusammengesetzt aus Strauchblüten, gelben Früchten und einem zartsüßlichen Hauch von Brioche. Mittelschwerer Körper, weich und mild angelegt von gefälligem Charakter. Trinkt sich angenehm, hat heiteren Charme, aber was fehlt, das ist Tiefe mit Nachhaltigkeit. Stolzer Preis: 55, 60 Euro, erstanden kürzlich in Marbella.

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1947 Cheval Blanc

Hall of Fame

Geschrieben von: August F. Winkler

Erwartungsgemäß war der erste Schluck so spannend wie das Anpirschen auf ein sehr seltenes Tier. Mein Gott, wie oft hat man diesen Wein getrunken – und auch vor vielen Jahren, als der 47er noch jung war und voll ungestümer Kraft. Es grassierte die Legende, daß die überbordende Frucht und Süße nur durch den Zusatz von Port zustande gekommen sein könne.

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Vinologische Tricks

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein kleiner Trick aus dem Nähkästchen, wie man melancholisch und etwas müde gewordenen Rotwein mit neuem Leben erfüllt: man reichert ihn mit einer kleinen Dosis Portwein an. Dafür eignet sich gut ein junger Vintage oder hochwertiger zehnjähriger Tawny (Taylors, Fonseca, Ramos Pinto). Sinn hat diese Methode selbstverständlich nur, wenn es sich beim Wein nicht um ein Gewächs handelt, das von Haus aus schon seicht war oder bereits derart altersschwach ist, dass keinerlei Auffrischung mehr nützt.

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Etikettentrinker

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Welt des Weins ist groß und jeder töricht, der dies nicht nutzt. Selbst wer geschmacklich auf eine Traubensorte, eine Region oder gar nur ein Gut abonniert ist, sollte wenigstens zwischendurch immer wieder Neues probieren. Das erweitert den Horizont, eröffnet neue sinnliche Dimensionen. Nichts ist langweiliger als jeden Tag der gleiche Lieblingswein und sei der noch so extravagant. Beim Wein ist Monogamie unangebracht, Fremdgehen hingegen eine Tugend.

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