Wein & Co

1966er-Revue: Bordeaux und Rheingau - trinkend Geschichte erleben

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Auf der Hitliste des Luxus und der Moden nehmen Weinproben einen vorderen Platz ein. Es ist ritzy, große und rare Gewächse im Kreis von Gleichgesinnten zu trinken. Verkostungen mit gesellschaftlichem Anstrich gibt es freilich seit Hunderten von Jahren. Der „Büchsenbund“, ein Leipziger Cercle von Honoratioren, hat - mit angemessenem Augenzwinkern – den Wein als höchstes irdisches Gut angesehen und, so um 1800 herum, regelmäßig bei fröhlichen Gelagen über Gott, die Welt und den Wein geplaudert. Zahlreiche Bruderschaften pflegten schon im Mittelalter das Ritual von Weinproben, und in Chroniken wird von trinkfesten Weinschwestern berichtet, spöttisch auch „Saufurscheln“ genannt. Kurzum: Der Wein war immer schon neben Genußmittel auch der große, zwischen Menschen Brücken schlagende Kommunikator.

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Riesling-Renaissance im Rheingau: Triumph von Eleganz und Rasse

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Über Wert und Bedeutung des Rieslings für die deutsche und auch die internationale Trinkkultur muß nicht mehr langmächtig geschrieben werden. Wein aus dieser Rebsorte ist ein deutsches Nationalheiligtum, Kult auch in Österreich sowie im Elsaß. Weltweit rühmen ihn Weinkritiker als besten Weißwein. Keine andere Rebe wird hymnischer besungen. Seine Majestät, der Riesling, das hohe C unter den Rebsorten! Darüber läßt sich wohlfeil diskutieren, denn der Chardonnay gebiert an der Cote d’Or exzellente Gewächse und gleiches läßt sich vom Chenin blanc von der Loire sagen, speziell dem rassigen aus Savennières mit dem Clos de la Coulée de Serrant als Platzhirschen sowie den edelsüßen Kreszenzen aus Vouvray. Aber Tatsache ist, daß Rieslinge bester Herkunft, seien sie trocken ausgebaut oder edelsüß brillierend, absolute vinologische Meisterwerke sind, sozusagen flüssige Skulpturen.

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Weine auf ihrer Höhe:

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Zärtlichkeit und Leidenschaft mit Margaux, Mouton & Co

Wie jede Liebesgeschichte beginnt die zum Wein immer wieder aufs Neue mit einem sehnsuchtsvollen Gefühl im Mund, einem plötzlichen Verlangen nach Geschmacksnuancen wie nur ein großes Gewächs sie beschert. Daran liegt es wohl, dass Weine trinken und sammeln über die Jahrhunderte für viele Menschen immer ein Stück angewandte Erotik war und ist. Wie alles, was mit Ästhetik zu tun hat, ist naturgemäß auch das Weintrinken eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks. Der eine ist halt ein Körpertrinker mit Vorliebe für die kraftvollen Gewächse – kein Wein kann und wird ihm wuchtig genug sein. Andere sind Eleganztrinker, die schätzen das Sublime im Wein, die zarten Töne, die einem nicht gleich den Gaumen tapezieren, sondern erst einmal streicheln und dann aromenvoll erfüllen - wie der 1983er Château Margaux.

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2009 Château Montrose, St. Estephe

Wein der Woche

Geschrieben von: August F. Winkler

2009 Château Montrose, St. Estephe

Undurchdringliches Tiefdunkelrot. Reich, ja üppig ausgestattetes Aromenpaket. Der Wein ist noch derart kompakt, also massig und festgefügt, so daß er sich erst nach dem Dekantieren und etlichen Minuten im Glas einige Details entlocken läßt. Die Nase registriert würzig-süßliche Noten nach reintönigen dunklen Beeren à la Cassis und etwas Brombeere, Vanille, Leder, Tabak, Zedernholz und Mokka nebst ein wenig Schokolade und Rauch (wie gegrilltes Steak). Der Körper ist dicht gewoben, das Tannin stark, doch bestens integriert. Die hohe Konzentration wirkt wuchtig – auch am Gaumen. Ein grandioser Wein mit Tiefe, der mit seinen stattlichen 14 Prozent Alkohol nur die Frage provoziert oder erlaubt, ob das noch ein klassischer Médoc ist, gar ein St. Estephe, der doch für Strenge in jungen Jahren bekannt und bei Sonntagstrinkern dafür berüchtigt ist?! Egal, der Wein hat Größe!

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Genußatelier: Herzensweine kontra Superlative

Auwis Auslese

Geschrieben von: August F. Winkler

Was ist der beste Champagner? Was der beste Rotwein, Weißwein, Obstbrand, Port? Das sind Fragen von hollywoodesquem Format, oft gestellt, niemals zu beantworten und deshalb ermüdend.

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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Gericht der Woche

Gratinierte Austern à la Tante Therese

Erzkonservative Austernfreunde verachten gegarte Austern als Barbarei. Gewiß...

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Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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