Auwis Auslese

Riesling: weltweiter Triumph von Rasse und Eleganz

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist wie ein Schock des Glücks. Der Wein, ein 1920er Steinberger Riesling Cabinet aus dem Keller des Staatsweinguts Kloster Eberbach, hat die Sinne aufgewühlt und zugleich mit tiefer Genußseligkeit erfüllt. Altgolden, ja bronziert floß der damals noch als „naturrein“ etikettierte Wein ins Glas. Anfangs machte sich ein Duft nach Bohnerwachs bemerkbar, der sich jedoch im Glas rasch verlor und einem suggestiven Aromenmosaik Platz machte aus Blütenhonig, Quitte, Aprikosengelee und etwas Karamell nebst einem nun feinen Ton nach Bienenwachs. Der in Auslesequalität gefüllte Wein aus einem großen Jahrgang war der Star einer Weltraritätenprobe im Rahmen des Rheingau Gourmet & Weinfestivals 2011 im schönen Hotel Kronenschlößchen in Hattenheim. Der immerhin 91jährige Wein, von Gutschef Dieter Greiner mit berechtigtem Stolz präsentiert, verbesserte sich im Glas über Stunden hinweg und zeigte seine enorme Vitalität als rassiger, immer noch frischer Wein ohne Runzeln – allenfalls eine feine Firne war zu konstatieren. Das war und ist flüssige Geschichte.

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Große Weinoper mit L’Eglise-Clinet, Knoll und Margaux

Geschrieben von: August F. Winkler

Ich verrate kein süßes Geheimnis mit dem Bekenntnis, daß ich ein Leben ohne Wein für einen Irrtum halte. Dies wäre so absurd wie etwa ein Panzer mit Tüll-Gardinchen. Der Kenner & Liebhaber weiß, daß jeder gute Wein eine Atmosphäre stilvollen individuellen Vergnügens schafft – guter Wein symbolisiert Muße und Reflexion, ja er ist der perfekte Typus des Genusses: Er schmeckt, er bezaubert, er läßt uns sinnieren, dabei 1001 Aromen erleben. Er befriedigt unsere Lust auf Genuß, macht jedoch niemals satt. Es bleibt stets die Hoffnung und die Sehnsucht nach dem nächsten Schluck. Das ist wie mit der Liebe! Und wenn großer Wein im Glas schimmert, dann gesellen sich noch Zärtlichkeit und Leidenschaft hinzu.

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Genußatelier: Wein & Erotik

Geschrieben von: August F. Winkler

Alles auf Erden dreht sich um die Liebe und wie man sie entfacht. Für Euripides, den altgriechischen Denker, war die Sache klar: „Wo der Wein fehlt, da stirbt der Reiz der Venus.“ Recht hat er, doch halt: angelsächsische Mediziner wollen herausgefunden haben, daß Alkohol die Liebesfähigkeit mehr bremst als fördert. Wer säuft, der liebt schlecht. Angeblich verkrümelt sich das männliche Sexualhormon Testosteron im Blut von Männern, die regelmäßig viel Alkohol trinken. Dies hieße in schlichtem Klartext: Schluckspechte verlieren Lust und Fähigkeit zur Liebe. Adieu Erotik, Gute Nacht mit dem Sex.

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Muskateller: ein Sommmerwein par excellence

Geschrieben von: August F. Winkler

„Der liebste Buhle, den ich han / der liegt beim Wirt im Keller / er hat ein hölzins Röcklein an / und heißt der Muskateller.“ (Liebeserklärung eines mittelalterlichen Zechers)

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Genußatelier: die rhetorischen Pirouetten der Aromenfetischisten

Geschrieben von: August F. Winkler

Je weniger ein Sommelier, Journalist oder Sonntagstrinker den zu beschreibenden Wein begreift, umso metaphorischer gibt er sich in seinem Wortgeklimper; das gleicht dem Lockendrehen auf einer Glatze.

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