Auwis Auslese

Primeurs 2016: Pro und Contra Subskription

Geschrieben von: August F. Winkler

Im Bordelais herrscht Euphorie, also: Hereinspaziert, der Vorhang ist hochgezogen, die Bühne bereit für die rituelle Marathon-Verkostung des Jahrgangs 2016. Wie alljährlich im Frühling fällt auch diesmal eine erkenntnisdurstige Rotte von Journalisten und Händlern aus aller Welt ein, um den neuen Wein zu verkosten und darüber mehr oder weniger sachlich, mehr oder weniger blumig zu berichten. Diesmal ist, offiziös beginnend am 3. April, naturgemäß der 2016er das aktuelle Objekt der Begierde - ein Wein, dem bereits Lobeshymnen gesungen werden. „Mit dem, was wir heute in den Fässern haben, können wir von einem großen Jahrgang sprechen“, jubelt Olivier Bernard, Chef der Domaine de Chevalier. Und Bernard Magrez (Château Pape Clément) bewertet - wie übrigens auch sein Kollege von Château Angelus - den 2016er ähnlich hoch wie das Duo von 2009 und 2010; bei Angelus spricht man dank eines idealen Wetterverlaufs poetisch verklärt von einem "A-la-carte-Jahrgang der strahlenden Art".

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Genußatelier: Zellenkur für müde Weine und Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein kleiner Trick aus dem Nähkästchen, wie man melancholisch und etwas müde gewordenen Rotwein mit neuem Leben erfüllt: man reichert ihn mit einer kleinen Dosis Portwein an. Dafür eignet sich gut ein junger Vintage oder hochwertiger zehnjähriger Tawny (Taylors, Fonseca, Ramos Pinto). Sinn hat diese Methode selbstverständlich nur, wenn es sich beim Wein nicht um ein Gewächs handelt, das von Haus aus schon seicht war oder bereits derart altersschwach ist, dass keinerlei Auffrischung mehr nützt.

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1988 Bordeaux: Die Blüte eines falsch eingeschätzten Jahrgangs

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Durst ist eine Weltmacht und neben dem Hunger der getreueste Begleiter des Menschen. Im Gegensatz zum banalen Tagesdurst, der mit Wasser, Tee, Milch und dergleichen Harmlosigkeiten gelöscht wird, befriedigt der Feintrinker den heiligen Durst kultiviert mit Wein. Das ist die Hohe Schule des Trinkens nach dem klassischen Goethe-Motto „Freue dich Seele, jetzt kommt ein Platzregen.“ Dieses schöne Gefühl erlebten wir kürzlich im Restaurant Obauer im salzburgischen Werfen mit einigen fein aufgeblühten 1988ern aus dem Bordelais, darunter Chateaux à la Mouton, Margaux, Figeac sowie Yquem (Wir, das sind männlicherseits Dr. Peter Baumann, Dr. Josef Krenner, Rupert Heider, Hans Feiler). Und weil es der launige Zufall gut gefügt hat, daß in den vergangenen Wochen weitere 88er in meinen Gläsern glänzten, wage ich eine kleine Huldigung an diesen notorisch bis heute falsch einge- und unterschätzten Klassiker.

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Château Lafleur: Sinnlichkeit mit Ernst aus dem Pomerol – Teil I

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse
(Salvador Felipe Jacinto Dali, 1904-1989).

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Ausgereifte Weine sind hohe Trinkkultur:

Geschrieben von: August F. Winkler

großer Meursault und nobler Riesling

Täglich werden viele Morde begangen, und zwar an Weinen, die zu jung getrunken werden. Voreilig entkorkt werden nicht nur rote, sondern mehr noch weiße Gewächse. Ob es Rieslinge, Grüne Veltliner der Gütestufe Smaragd, Traminer oder burgundische Chardonnays aus der zweiten Hälfte der 90er-Jahre sind: wer die jetzt mirnichtsdirnichts wegschlabbert, ist als Täter freilich auch sein eigenes Opfer, denn er beraubt sich des Genusses, den ihm diese Weine, ausgereift, bieten würden. Alles Laute und Raue wird sich ins Feine und Geschmeidige gerundet haben, der Duft nuancierter, der Geschmack reicher sein. Das ist wie die Wandlung vom ungeschliffenen Stein zum brillanten Solitär.

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