Auwis Auslese

Genußatelier: Eiskalte Weißweine bremsen den Genuß

Geschrieben von: August F. Winkler

Gastronomisches Mysterium: Weißweine werden in Restaurants meist zu kalt, Rotweine hingegen zu warm serviert. So kommt’s, daß ich den Ober bitte, die Flasche mit dem Weißwein aus dem Eiskübel zu nehmen. Bei Gewächsen von karger Qualität – wie den meisten Pinot grigios – werden natürliche Unzulänglichkeit wie speziell auch Fehler durch die Kälte barmherzig überdeckt. Schon zehn Grad lassen sie fuselig erscheinen. Aber gute Weißweine entfalten ihre Aromastoffe am schönsten zwischen zehn und zwölf Grad, kapitale Kreszenzen à la burgundische Montrachets, ein Grüner Veltliner Vinotheksfüllung von Emmerich Knoll aus der Wachau oder ein reifer Clos de la Coulée de Serrant von 1989 oder 1990, einer meiner Lieblinge, lasse ich mir auch mit 13 Grad gut gefallen und finde 14 nicht zu viel.

Eiseskälte läßt solche prachtvollen Naturereignisse erstarren, Düfte und Geschmack ziehen sich fröstelnd zusammen wie die Haut bei einem Nackten in der Arktis. Da merkt man, daß solche Wuchtbrummen eigentlich so etwas wie rote Weißweine sind.
 

Fattoria Nittardi: Weingenuß mit Chianti Classico, Riserva und Nectar Dei

Geschrieben von: August F. Winkler

Ort der Handlung war das schöne Hotel Kronenschlößchen in Hattenheim, wo am 4. März 2017 im Rahmen des Rheingau Gourmet- und Weinfestivals insgesamt 12 Weine der toskanischen Fattoria Nittardi entkorkt worden sind: je vier Gewächse der drei Kategorien Chianti Classico, Riserva Selezionata und Nectar Dei in Jahrgängen zwischen 1995 und 2014, überwiegend aus der Magnum. Präsentiert worden sind die Gewächse von Léon Femfert, der als Sohn der Eigner – Dr. Stefania Canali und Peter Femfert - das Gut führt. In den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts waren die Weinfreunde in die „Ente“ nach Wiesbaden gepilgert, ins Hamburger „Le Canard“ oder den „Königshof“ in München, wo große Verkostungen im Dutzend stattgefunden haben, doch inzwischen hat HB Ullrich, der Hausherr und Gentlemanhotelier, sein Kronenschlößchen zu einer Drehscheibe für attraktive Weinproben gemacht.

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Genußatelier: 2008 Cuvée Mo Brut Nature Schloßgut Diel, Nahe

Geschrieben von: August F. Winkler

Zu den großen Wahrheiten des Lebens zählt die Erkenntnis, daß die Lady wie der Gentleman ohne Ansehen von Tageszeit, Wetter und Stimmung eines immer trinken können: Champagner – oder Sekt, der in Duft wie Geschmack weit über das bei deutschen Schaumweinen übliche Niveau hinausragt, bildhaft zu vergleichen mit einer Palme und einer Petersilie. Letztere symbolisiert die millionenfach erzeugten Sekte, wohingegen die Cuvée Mo für die stolze Palme steht; sie ist der Prestige-Schäumer des Weinguts und eine Hommage an Monika, die Herzenswärme und Fröhlichkeit ausstrahlende Frau von Armin Diel und Mutter von Caroline, die inzwischen das Haus führt.

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Château Margaux: Wechselbad zwischen Hochgenuß und Enttäuschung

Geschrieben von: August F. Winkler

„Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse!“
Salvador Felipe Jacinto Dali i Domènech, 1904-1989

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Primeurs 2016: Pro und Contra Subskription

Geschrieben von: August F. Winkler

Im Bordelais herrscht Euphorie, also: Hereinspaziert, der Vorhang ist hochgezogen, die Bühne bereit für die rituelle Marathon-Verkostung des Jahrgangs 2016. Wie alljährlich im Frühling fällt auch diesmal eine erkenntnisdurstige Rotte von Journalisten und Händlern aus aller Welt ein, um den neuen Wein zu verkosten und darüber mehr oder weniger sachlich, mehr oder weniger blumig zu berichten. Diesmal ist, offiziös beginnend am 3. April, naturgemäß der 2016er das aktuelle Objekt der Begierde - ein Wein, dem bereits Lobeshymnen gesungen werden. „Mit dem, was wir heute in den Fässern haben, können wir von einem großen Jahrgang sprechen“, jubelt Olivier Bernard, Chef der Domaine de Chevalier. Und Bernard Magrez (Château Pape Clément) bewertet - wie übrigens auch sein Kollege von Château Angelus - den 2016er ähnlich hoch wie das Duo von 2009 und 2010; bei Angelus spricht man dank eines idealen Wetterverlaufs poetisch verklärt von einem "A-la-carte-Jahrgang der strahlenden Art".

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