Auwis Auslese

1988 Bordeaux: Die Blüte eines falsch eingeschätzten Jahrgangs

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Durst ist eine Weltmacht und neben dem Hunger der getreueste Begleiter des Menschen. Im Gegensatz zum banalen Tagesdurst, der mit Wasser, Tee, Milch und dergleichen Harmlosigkeiten gelöscht wird, befriedigt der Feintrinker den heiligen Durst kultiviert mit Wein. Das ist die Hohe Schule des Trinkens nach dem klassischen Goethe-Motto „Freue dich Seele, jetzt kommt ein Platzregen.“ Dieses schöne Gefühl erlebten wir kürzlich im Restaurant Obauer im salzburgischen Werfen mit einigen fein aufgeblühten 1988ern aus dem Bordelais, darunter Chateaux à la Mouton, Margaux, Figeac sowie Yquem (Wir, das sind männlicherseits Dr. Peter Baumann, Dr. Josef Krenner, Rupert Heider, Hans Feiler). Und weil es der launige Zufall gut gefügt hat, daß in den vergangenen Wochen weitere 88er in meinen Gläsern glänzten, wage ich eine kleine Huldigung an diesen notorisch bis heute falsch einge- und unterschätzten Klassiker.

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Château Lafleur: Sinnlichkeit mit Ernst aus dem Pomerol – Teil I

Geschrieben von: August F. Winkler

Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse
(Salvador Felipe Jacinto Dali, 1904-1989).

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Ausgereifte Weine sind hohe Trinkkultur:

Geschrieben von: August F. Winkler

großer Meursault und nobler Riesling

Täglich werden viele Morde begangen, und zwar an Weinen, die zu jung getrunken werden. Voreilig entkorkt werden nicht nur rote, sondern mehr noch weiße Gewächse. Ob es Rieslinge, Grüne Veltliner der Gütestufe Smaragd, Traminer oder burgundische Chardonnays aus der zweiten Hälfte der 90er-Jahre sind: wer die jetzt mirnichtsdirnichts wegschlabbert, ist als Täter freilich auch sein eigenes Opfer, denn er beraubt sich des Genusses, den ihm diese Weine, ausgereift, bieten würden. Alles Laute und Raue wird sich ins Feine und Geschmeidige gerundet haben, der Duft nuancierter, der Geschmack reicher sein. Das ist wie die Wandlung vom ungeschliffenen Stein zum brillanten Solitär.

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Punschiade: Der heiß geliebte unsterbliche Klassiker

Geschrieben von: August F. Winkler

Eine Zeitlang, als die „beautiful people“ in den einschlägigen Szenelokalen tropische Longdrinks und ähnlichen Mixnippes, reich an Farbe, doch arm an Charakter, bevorzugten, standen Pünsche & Bowlen im gesellschaftlichen Out. Jede Zeit hat eben ihre Moden. Die sind zwar, wie der Dichter G.B. Shaw spottete, von „so unerträglicher Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen“, doch der Mensch eifert als notorisches Herdentier ziemlich blindlings den Leithammeln nach. Aber wie das so ist mit den wirklich guten Dingen: Sie überleben alle Moden, und so können wir in dieser Wintersaison die strahlende Wiederkehr der heißen Punsch-Getränke feiern. Es ist ritzy, Freunde zu Glühwein, Grog & Co einzuladen.

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Jubiläumsweine auf das Jahr 2017

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist nur natürlich, daß der Mensch so ziemlich alles mag, was mit ihm selber zusammenhängt. Primär dient die Eigenliebe der Arterhaltung, doch zu den Spielzügen des Egoismus, den die alte, schlaue Schöpfung ihren Kindern injiziert, gehört neben dem überlebenswichtigen Maß an Barmherzigkeit, mit dem wir uns im Spiegel betrachten, auch die Mystifizierung von Zahlen, die als existenzielle Eckdaten eine Rolle spielen, beginnend bei der Geburt und endend mit dem Tod.

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