Auwis Auslese

Ausgereifte Weine sind hohe Trinkkultur:

Geschrieben von: August F. Winkler

großer Meursault und nobler Riesling

Täglich werden viele Morde begangen, und zwar an Weinen, die zu jung getrunken werden. Voreilig entkorkt werden nicht nur rote, sondern mehr noch weiße Gewächse. Ob es Rieslinge, Grüne Veltliner der Gütestufe Smaragd, Traminer oder burgundische Chardonnays aus der zweiten Hälfte der 90er-Jahre sind: wer die jetzt mirnichtsdirnichts wegschlabbert, ist als Täter freilich auch sein eigenes Opfer, denn er beraubt sich des Genusses, den ihm diese Weine, ausgereift, bieten würden. Alles Laute und Raue wird sich ins Feine und Geschmeidige gerundet haben, der Duft nuancierter, der Geschmack reicher sein. Das ist wie die Wandlung vom ungeschliffenen Stein zum brillanten Solitär.

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Punschiade: Der heiß geliebte unsterbliche Klassiker

Geschrieben von: August F. Winkler

Eine Zeitlang, als die „beautiful people“ in den einschlägigen Szenelokalen tropische Longdrinks und ähnlichen Mixnippes, reich an Farbe, doch arm an Charakter, bevorzugten, standen Pünsche & Bowlen im gesellschaftlichen Out. Jede Zeit hat eben ihre Moden. Die sind zwar, wie der Dichter G.B. Shaw spottete, von „so unerträglicher Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen“, doch der Mensch eifert als notorisches Herdentier ziemlich blindlings den Leithammeln nach. Aber wie das so ist mit den wirklich guten Dingen: Sie überleben alle Moden, und so können wir in dieser Wintersaison die strahlende Wiederkehr der heißen Punsch-Getränke feiern. Es ist ritzy, Freunde zu Glühwein, Grog & Co einzuladen.

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Jubiläumsweine auf das Jahr 2017

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist nur natürlich, daß der Mensch so ziemlich alles mag, was mit ihm selber zusammenhängt. Primär dient die Eigenliebe der Arterhaltung, doch zu den Spielzügen des Egoismus, den die alte, schlaue Schöpfung ihren Kindern injiziert, gehört neben dem überlebenswichtigen Maß an Barmherzigkeit, mit dem wir uns im Spiegel betrachten, auch die Mystifizierung von Zahlen, die als existenzielle Eckdaten eine Rolle spielen, beginnend bei der Geburt und endend mit dem Tod.

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Genußatelier: Henri de Toulouse-Lautrec und seine Abscheu vor Wasser

Geschrieben von: August F. Winkler

Diese Geschichte von Henri de Toulouse-Lautrec ist ein Stück angewandte Lebensart, angereichert mit einer feinen Prise Ironie. Der Maler, Junggeselle, passionierte Koch und begnadete Gastgeber war der umherzte Liebling seiner Mutter, die ihn von Kindheit an mit Delikatessen verwöhnte wie gemästeten Kapaunen, Meeresfrüchten, Wildbret, natürlich getrüffelter Gänseleber und edlen Weinen. „Ich mag diejenigen Gäste, die etwas Kannibalisches an sich haben und laut ‚Ich habe Hunger‘ schreien, wenn sie zum Essen kommen“, hat er postuliert, der selber raffinierte Menüs zubereitete und Kochrezepte sammelte.

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Festtagsweine: Hochgenuß mit Schampus, Port und Riesling

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Festtage sind nahe und somit deren kulinarische Inszenierung inklusive der Frage, welche Getränke aus dem Keller geholt werden sollen. Der Durst ist neben dem Hunger und wohl noch vor der Liebe der getreueste Begleiter des Menschen. Er hat stets das letzte Wort und überlebt jede Befriedigung, was ein genialer Zug der Schöpfung ist, denn ewige Sattheit würde nicht nur das Ende aller Hoffnung bedeuten, sondern uns, die wir das Leben auch genüsslich durch das Weinglas betrachten, ebenso interessanter wie faszinierender Erlebnisse berauben. Ob man nun freudlos trinkt, aus sozusagen existenziellem Zwang, weil die Natur unerbittlich ihren Tribut fordert, oder vergnügt bis hin zum sinnlichen Behagen: Trinken muss der Mensch und so spricht alles dafür, aus der Pflicht eine Kür zu machen.

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