Auwis Auslese

Pinot noir: 10 Huber-Klassiker von 2000 bis 2009

Geschrieben von: August F. Winkler

„Auf seinem Höhepunkt“, hat der renommierte englische Weinautor Maurice Healys einmal geschwärmt, „überragt der Burgunder den besten Bordeaux.“ Das ist kühn gesagt und naturgemäß ein subjektiv geprägtes Bekenntnis, wenngleich es aus dem Mund dieses erfahrenen Kenners einiges Gewicht hat. Erstklassige Herkunft vorausgesetzt, sind rote Burgunderweine tatsächlich eine Begegnung mit Samt & Seide. Kein anderer Rotwein, ob Cabernet, Syrah, Merlot, Nebbiolo, Sangiovese & Co, nimmt es an fruchtiger Pracht, aromatischer Sinnlichkeit und finessiger Distinguiertheit mit einem Pinot noir vulgo Spät- oder Blauburgunder auf. Allerdings liegen Höhen und Tiefen auch nirgendwo näher beisammen als bei dieser Diva unter den Rebsorten: launisch, kapriziös, keine Fehler verzeihend und schon gar nicht technologische Mastkuren, mit denen mancher Kellermeister versucht, den Wein aufzupeppen.

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Château L’Eglise-Clinet: der Petrus-Herausforderer

Geschrieben von: August F. Winkler

Auf der Hitliste des Luxus und der Moden nehmen Weinproben nach wie vor einen vorderen Rang ein. Verkostungen mit gesellschaftlichem Anstrich gibt es seit Hunderten von Jahren. Der „Büchsenbund“, ein Leipziger Cercle von Honoratioren, hat – mit angemessenem Augenzwinkern – den Wein als höchstes irdisches Gut angesehen und, so um 1890 herum, regelmäßig bei fröhlichen Gelagen auf hohem geistigem Niveau über Gott und die Welt sowie den Wein geplaudert. Zahlreiche Bruderschaften pflegten im Mittelalter das ritualisierte Weintrinken; in Chroniken wird auch von Weinschwestern berichtet, spöttisch als “Saufurscheln“ tituliert. In der neueren Zeit hat sich die Form der festlichen, von Speisen flankierten Raritätenproben institutionalisiert, bei denen der Esprit der Teilnehmer freilich eher selten mit dem Geist der Kreszenzen mithalten kann.

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Riesling: weltweite Renaissance des großen Klassikers

Geschrieben von: August F. Winkler

 Beim Riesling falten Weinfreunde ihre Hände zum Gebet. Keine andere Rebe wird hymnischer besungen. Seine Majestät, der Riesling, das hohe C unter den Rebsorten! Im Gegensatz zum Chardonnay, der ein Klassiker ist, aber auch modisch, ist der Riesling ein Erzklassiker: modern, nicht modisch. Der Wein ist ein deutsches Nationalheiligtum, Kult auch in Österreich sowie im Elsaß. Seit einigen Jahren erlebt der Riesling eine weltweite Renaissance. Internationale Weinpublizisten und allen voran Robert M. Parker, der als Weinpapst betitelte US-Kritiker mit großem internationalen Einfluß, rühmen den Riesling als weltbesten Weißwein. Und Jancis Robinson, die britische Weinjournalistin, konstatiert freudig, daß der Riesling international noch nie so beliebt gewesen sei wie heute.

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Merlot: sinnliche Charmebombe auf Samtfüßen

Geschrieben von: August F. Winkler


Tiefrot wie Blut strömt der 1997er Masseto aus der Karaffe. Im Nu schwillt ein Aromenstrauß aus dem Glas, ein suggestives Bukett aus reifen roten Früchten, flankiert von Gewürzen wie Pfeffer und einem aparten Hauch von Röstaromen nebst einer fein ziselierten Süße. So muß es bei Scheherezade geduftet haben. Der Wein, ein hundertprozentiger Merlot aus dem Toskana-Hause Ornellaia, ist von suggestiver Wirkung. Er verbindet Kraft mit Eleganz und war einer der Stars bei der legendären Probe von Merlot-Gewächsen im Rheingauer Hotel Kronenschlößchen in Hattenheim. HB Ullrich, der Hausherr, hatte attraktive Vertreter dieser immer noch etwas verkannten Rebsorte aus dem Keller geholt, um praktisch in Form einer Blindprobe die globale Stärke des Merlot zu demonstrieren.

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Sommerweine: heitere Kreszenzen mit Sommersprossen

Geschrieben von: August F. Winkler

Zwischen den beiden Sommerwein-Definitionen liegen geistige Welten: Nancy Sinatra hat ihn besungen als Erdbeeren, Kirschen und den Kuß eines Engels, wohingegen Claus-Dieter Patz, der Lebensmittelchemiker von der Wein-Hochschule in Geisenheim, nüchtern und mit dem Pragmatismus des Wissenschaftlers von fruchtbetonten, spritzigen und leichten Weinen spricht. Belebend und bekömmlich sollten sie sein. Unterschiedlicher läßt sich Sommerwein nicht interpretieren, aber die Sängerin wie den Analytiker eint beim Gedanken an sommerliche Gewächse die Vorstellung von der sogenannten Leichtigkeit des Seins.

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