Auwis Auslese

Große Weinoper: 1989 und 1990 Teil 2

Geschrieben von: August F. Winkler

Auf der Hitliste des Luxus und der Moden nehmen Weinproben einen vorderen Platz ein. Es ist ritzy, große und rare Gewächse im Kreis von Gleichgesinnten zu trinken. Verkostungen mit gesellschaftlichem Anstrich gibt es seit Hunderten von Jahren. Der „Büchsenbund“, ein Leipziger Cercle von Honoratioren, hat - mit angemessenem Augenzwinkern – den Wein als höchstes irdisches Gut angesehen und, so um 1800 herum, regelmäßig bei fröhlichen Gelagen über Gott, die Welt und den Wein geplaudert. Zahlreiche Bruderschaften pflegten schon im Mittelalter das Ritual von Weinproben, und in Chroniken wird von trinkfesten Weinschwestern berichtet, spöttisch auch „Saufurscheln“ genannt.

Weiterlesen: Große Weinoper: 1989 und 1990 Teil 2

 

Weingut Franz Künstler: kleine Riesling-Vertikale

Geschrieben von: August F. Winkler

Für Hermann Hesse war er der „süße Gott“, Goethe mochte nicht auf ihn verzichten. Stendhal schwärmte gar vom „Wunder der heiligen Flasche“. Gemeint ist jeweils der Wein, der jahrtausendealte Spender von Genuss & Rausch, gepriesen von den einen, als „Teufel Alkohol“ verdammt von anderen. Zu den Gegnern gehören fanatische Gesundheitsapostel wie Puritaner, die freilich schon aus Neid auf jene, die ein größeres Talent zum Glücklichsein haben, gegen jegliche Form des Genießens sind. Weinbefürworter finden sich naturgemäß bei Gourmets, zunehmend auch unter Wissenschaftlern, die in Studien die Wirkung des Weins auf den menschlichen Organismus untersuchen und dabei zu positiven Ergebnissen kommen.

Weiterlesen: Weingut Franz Künstler: kleine Riesling-Vertikale

 

Große Weinoper: 1989 & 1990 im Bordelais

Geschrieben von: August F. Winkler

Tiefrot wie Blut strömt der 1990er Château Latour ins Glas und entfaltet im Nu einen reich gefächerten Duftstrauß aus den bekannt dunklen Früchten wie schwarzen Johannisbeeren und Herzkirschen im Verein mit Zedernholz, feinstem Kuba-Tabak und Gewürzen nebst einem aparten Hauch von Minze und den üblichen Pauillac-Aromen im Überfluß. Der Wein verfügt über fruchtige Dichte und strukturelle Tiefe, die Sinne erschauern angemessen. Dennoch gibt dieser Prachtwein noch nicht alles preis, geht von ihm ein herrisches, arrogant zu nennendes Schweigen aus, was seine letzten Finessen anbelangt. Der Wein strotzt vor Kraft, bietet hohen Trinkgenuß, wird sich in den nächsten Jahren jedoch weiter verfeinern. Er war einer der Stars der den Jahrgängen 1989 und 1990 gewidmeten Verkostung der sogenannten „Linzer Gang“ unter dem Patronat von Dr. Peter Baumann und Günter W. Hager.

Weiterlesen: Große Weinoper: 1989 & 1990 im Bordelais

   

Pinot noir: 10 Huber-Klassiker von 2000 bis 2009

Geschrieben von: August F. Winkler

„Auf seinem Höhepunkt“, hat der renommierte englische Weinautor Maurice Healys einmal geschwärmt, „überragt der Burgunder den besten Bordeaux.“ Das ist kühn gesagt und naturgemäß ein subjektiv geprägtes Bekenntnis, wenngleich es aus dem Mund dieses erfahrenen Kenners einiges Gewicht hat. Erstklassige Herkunft vorausgesetzt, sind rote Burgunderweine tatsächlich eine Begegnung mit Samt & Seide. Kein anderer Rotwein, ob Cabernet, Syrah, Merlot, Nebbiolo, Sangiovese & Co, nimmt es an fruchtiger Pracht, aromatischer Sinnlichkeit und finessiger Distinguiertheit mit einem Pinot noir vulgo Spät- oder Blauburgunder auf. Allerdings liegen Höhen und Tiefen auch nirgendwo näher beisammen als bei dieser Diva unter den Rebsorten: launisch, kapriziös, keine Fehler verzeihend und schon gar nicht technologische Mastkuren, mit denen mancher Kellermeister versucht, den Wein aufzupeppen.

Weiterlesen: Pinot noir: 10 Huber-Klassiker von 2000 bis 2009

 

Château L’Eglise-Clinet: der Petrus-Herausforderer

Geschrieben von: August F. Winkler

Auf der Hitliste des Luxus und der Moden nehmen Weinproben nach wie vor einen vorderen Rang ein. Verkostungen mit gesellschaftlichem Anstrich gibt es seit Hunderten von Jahren. Der „Büchsenbund“, ein Leipziger Cercle von Honoratioren, hat – mit angemessenem Augenzwinkern – den Wein als höchstes irdisches Gut angesehen und, so um 1890 herum, regelmäßig bei fröhlichen Gelagen auf hohem geistigem Niveau über Gott und die Welt sowie den Wein geplaudert. Zahlreiche Bruderschaften pflegten im Mittelalter das ritualisierte Weintrinken; in Chroniken wird auch von Weinschwestern berichtet, spöttisch als “Saufurscheln“ tituliert. In der neueren Zeit hat sich die Form der festlichen, von Speisen flankierten Raritätenproben institutionalisiert, bei denen der Esprit der Teilnehmer freilich eher selten mit dem Geist der Kreszenzen mithalten kann.

Weiterlesen: Château L’Eglise-Clinet: der Petrus-Herausforderer

   

Seite 24 von 26

<< Start < Zurück 21 22 23 24 25 26 Weiter > Ende >>

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Karpfen polnisch à la Fürst Rudolstadt

Bei allem Respekt vor der neuen deutschen...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen