Auwis Auslese

Weine auf ihrer Höhe:

Geschrieben von: August F. Winkler

Zärtlichkeit und Leidenschaft mit Margaux, Mouton & Co

Wie jede Liebesgeschichte beginnt die zum Wein immer wieder aufs Neue mit einem sehnsuchtsvollen Gefühl im Mund, einem plötzlichen Verlangen nach Geschmacksnuancen wie nur ein großes Gewächs sie beschert. Daran liegt es wohl, dass Weine trinken und sammeln über die Jahrhunderte für viele Menschen immer ein Stück angewandte Erotik war und ist. Wie alles, was mit Ästhetik zu tun hat, ist naturgemäß auch das Weintrinken eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks. Der eine ist halt ein Körpertrinker mit Vorliebe für die kraftvollen Gewächse – kein Wein kann und wird ihm wuchtig genug sein. Andere sind Eleganztrinker, die schätzen das Sublime im Wein, die zarten Töne, die einem nicht gleich den Gaumen tapezieren, sondern erst einmal streicheln und dann aromenvoll erfüllen - wie der 1983er Château Margaux.

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Genußatelier: Herzensweine kontra Superlative

Geschrieben von: August F. Winkler

Was ist der beste Champagner? Was der beste Rotwein, Weißwein, Obstbrand, Port? Das sind Fragen von hollywoodesquem Format, oft gestellt, niemals zu beantworten und deshalb ermüdend.

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Wein und Musik: edle Seelentröster des Menschen

Geschrieben von: August F. Winkler

Tatatataaa! - der Schlagzeuger hat bei Beethovens populärster Sinfonie viel zu tun. Man sitzt im Konzertsaal und hat sich vorgenommen, diesmal nicht zu träumen oder banalerweise die Streicher in solche mit gut und schlecht geputzten Schuhen einzuteilen. Hingeben will man sich und berauschen lassen von der Musik. Aber hinterher verlangt die Seele nach einem Aufguss, und es darf als sicher angenommen werden, dass es “Mozartweine“ ebenso gibt wie „Wagnerweine“. Und zur expressiven, spannungsgeladenen Kraft der Fünften von Beethoven müsste entweder ein kapitaler Hermitage von der Rhone passen oder ein prachtvoller Portwein wie der 1955er von Taylor‘s.

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Kuckucksweine: die wundersame Vermehrung von Sassicaia bis Pétrus

Geschrieben von: August F. Winkler

In der letzten Feinschmeckerey hatte ich aus aktuellem Anlaß erneut über die Machenschaften von Rudy Kurniawan berichtet, dem Meisterfälscher von Kultweinen, der zur Zeit in einem amerikanischen Gefängnis einsitzt. Ein Ganove ist entlarvt, doch weitere Weinfälscher sind emsig am Werk, und durch die Welt vagabundieren noch viele Tausende von Kuckucksweinen - darunter zahlreiche Bouteillen aus der Werkstatt von Kurniawan. David Molyneux-Berry, der viele Jahre lang die Weinauktionen bei Sotheby’s leitete, schätzt, daß fünf Prozent der Flaschen, die jährlich unter den Hammer kommen, Fälschungen sind – hinzu kommen Falsifikate, die direkt über Händler oder, zunehmend, via Internet versteigert werden. Ein Beispiel: Sechs Flaschen Château Mouton-Rothschild 1982, die bei eBay für Euro 2 561,99 verhökert worden sind - ein vermeintliches Schnäppchen - , entpuppten sich nach dem Öffnen als Moutons der weitaus schwächeren und somit auch billigeren Jahrgänge 1979, 1980 und 1981. Sie neige nicht zu Übertreibungen, klagte mir Serena Sutcliffe, die Weinchefin von „Sotheby’s“, aber „angesichts der Menge an Fälschungen, die ich zu Gesicht bekomme, ist das Ausmaß wirklich erschreckend“.

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Kuckucksweine: Die wundersame Vermehrung von Kultweinen - ein Thriller

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Akt ist brisant und gekennzeichnet von gehöriger krimineller Energie – und er läßt Sammler besonders teurer Weine bis heute weltweit erschauern: die Ende 2013 erfolgte Verhaftung von Rudy Kurniawan und dessen Verurteilung wegen Weinfälschung in besonders hohem Ausmaß zu zehn Jahren Gefängnis. Zahlreiche Weinfreunde fragen sich seither betreten, ob ihre Schätzchen echt sind, denn der heute 40jährige Indonesier hat in wenigen Jahren für runde 50 Millionen US-Dollar alte Weine gefälscht. Kurniawan hat den durstigen Markt mit allen Jahrgängen und Formaten großer Kultweine von La Romanée-Conti über Mouton-Rothschild und Lafleur bis hin zu raren Kaliforniern bedient. Experten gehen davon aus, daß von "Château Kurniawan" immer noch bis zu 10 000 Kuckucksweine in den Kellern von Händlern sowie Sammlern lagern.

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

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Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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