Auwis Auslese

Riesling-Renaissance im Rheingau: Triumph von Eleganz und Rasse

Geschrieben von: August F. Winkler

Über Wert und Bedeutung des Rieslings für die deutsche und auch die internationale Trinkkultur muß nicht mehr langmächtig geschrieben werden. Wein aus dieser Rebsorte ist ein deutsches Nationalheiligtum, Kult auch in Österreich sowie im Elsaß. Weltweit rühmen ihn Weinkritiker als besten Weißwein. Keine andere Rebe wird hymnischer besungen. Seine Majestät, der Riesling, das hohe C unter den Rebsorten! Darüber läßt sich wohlfeil diskutieren, denn der Chardonnay gebiert an der Cote d’Or exzellente Gewächse und gleiches läßt sich vom Chenin blanc von der Loire sagen, speziell dem rassigen aus Savennières mit dem Clos de la Coulée de Serrant als Platzhirschen sowie den edelsüßen Kreszenzen aus Vouvray. Aber Tatsache ist, daß Rieslinge bester Herkunft, seien sie trocken ausgebaut oder edelsüß brillierend, absolute vinologische Meisterwerke sind, sozusagen flüssige Skulpturen.

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Weine auf ihrer Höhe:

Geschrieben von: August F. Winkler

Zärtlichkeit und Leidenschaft mit Margaux, Mouton & Co

Wie jede Liebesgeschichte beginnt die zum Wein immer wieder aufs Neue mit einem sehnsuchtsvollen Gefühl im Mund, einem plötzlichen Verlangen nach Geschmacksnuancen wie nur ein großes Gewächs sie beschert. Daran liegt es wohl, dass Weine trinken und sammeln über die Jahrhunderte für viele Menschen immer ein Stück angewandte Erotik war und ist. Wie alles, was mit Ästhetik zu tun hat, ist naturgemäß auch das Weintrinken eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks. Der eine ist halt ein Körpertrinker mit Vorliebe für die kraftvollen Gewächse – kein Wein kann und wird ihm wuchtig genug sein. Andere sind Eleganztrinker, die schätzen das Sublime im Wein, die zarten Töne, die einem nicht gleich den Gaumen tapezieren, sondern erst einmal streicheln und dann aromenvoll erfüllen - wie der 1983er Château Margaux.

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Genußatelier: Herzensweine kontra Superlative

Geschrieben von: August F. Winkler

Was ist der beste Champagner? Was der beste Rotwein, Weißwein, Obstbrand, Port? Das sind Fragen von hollywoodesquem Format, oft gestellt, niemals zu beantworten und deshalb ermüdend.

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Wein und Musik: edle Seelentröster des Menschen

Geschrieben von: August F. Winkler

Tatatataaa! - der Schlagzeuger hat bei Beethovens populärster Sinfonie viel zu tun. Man sitzt im Konzertsaal und hat sich vorgenommen, diesmal nicht zu träumen oder banalerweise die Streicher in solche mit gut und schlecht geputzten Schuhen einzuteilen. Hingeben will man sich und berauschen lassen von der Musik. Aber hinterher verlangt die Seele nach einem Aufguss, und es darf als sicher angenommen werden, dass es “Mozartweine“ ebenso gibt wie „Wagnerweine“. Und zur expressiven, spannungsgeladenen Kraft der Fünften von Beethoven müsste entweder ein kapitaler Hermitage von der Rhone passen oder ein prachtvoller Portwein wie der 1955er von Taylor‘s.

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Kuckucksweine: die wundersame Vermehrung von Sassicaia bis Pétrus

Geschrieben von: August F. Winkler

In der letzten Feinschmeckerey hatte ich aus aktuellem Anlaß erneut über die Machenschaften von Rudy Kurniawan berichtet, dem Meisterfälscher von Kultweinen, der zur Zeit in einem amerikanischen Gefängnis einsitzt. Ein Ganove ist entlarvt, doch weitere Weinfälscher sind emsig am Werk, und durch die Welt vagabundieren noch viele Tausende von Kuckucksweinen - darunter zahlreiche Bouteillen aus der Werkstatt von Kurniawan. David Molyneux-Berry, der viele Jahre lang die Weinauktionen bei Sotheby’s leitete, schätzt, daß fünf Prozent der Flaschen, die jährlich unter den Hammer kommen, Fälschungen sind – hinzu kommen Falsifikate, die direkt über Händler oder, zunehmend, via Internet versteigert werden. Ein Beispiel: Sechs Flaschen Château Mouton-Rothschild 1982, die bei eBay für Euro 2 561,99 verhökert worden sind - ein vermeintliches Schnäppchen - , entpuppten sich nach dem Öffnen als Moutons der weitaus schwächeren und somit auch billigeren Jahrgänge 1979, 1980 und 1981. Sie neige nicht zu Übertreibungen, klagte mir Serena Sutcliffe, die Weinchefin von „Sotheby’s“, aber „angesichts der Menge an Fälschungen, die ich zu Gesicht bekomme, ist das Ausmaß wirklich erschreckend“.

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