Auwis Auslese

Bordeaux-Preise 2015: Und ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode

Geschrieben von: August F. Winkler

Im Bordelais herrscht Euphorie, also: Hereinspaziert, der Vorhang ist hochgezogen, die Bühne bereit für das rituelle Subskriptionsgeschäft des Jahrgangs 2015. Zwar läuft die Maschine nicht mehr so geschmiert wie früher; seit 2011 sind die Kunden zurückhaltender geworden beim Vorab-Kauf von Weinen, die sie erst zwei Jahre später bekommen, die jedoch schon heute bezahlt werden müssen – und das zu himmelwärts strebenden Preisen. Château Margaux eröffnete den Reigen – für seinen wahrhaft großen Wein - mit 450 Euro pro Bouteille, was gegenüber 2014 – einem gewiß schwächeren Jahrgang – einem Plus von 60 Prozent entspricht. Auch die meisten anderen Güter zieren sich nicht und langen kräftig zu, womit sie die Empfehlungen der Händler nach einer maßvollen Preissteigerung ungerührt konterkarieren. Aber bitte, ein Château-Nabob hat unverblümt gesagt: „Wenn Europa die Preise nicht zahlen will, die Asiaten und Amerikaner tun es!“ Basta oder anders formuliert: Und ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode.

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Riesling: Der große Klassiker schmeckt im Solo so gut wie zum Essen

Geschrieben von: August F. Winkler

Von berühmten Schauspielern wie Gustav Gründgens heißt es, sie hätten vor Auftritten gesagt: „Alles Licht auf mich!“ Das ist das Recht des Stars. Bei den Weißweinen nimmt der Riesling so eine Sonderstellung ein. Selbstverständlich gibt es Stimmungen oder Speisen, zu denen ein respektabler burgundischer Chardonnay, rosenduftiger Traminer, vegetabiler Sauvignon blanc, stattlicher Chenin blanc, fülliger Viognier oder gewürziger Grüner Veltliner besonders gut paßt. Dann wiederum müssen Leib und Seele mit einem sinnlichen Pinot noir, elegantem Cabernet, warmwürzigem Merlot, feurigem Syrah oder ernsthaftem Barolo beglückt werden.

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Genuß-Atelier: Lafite & großer Wein - Schlabber, schlabber weg damit!

Geschrieben von: August F. Winkler

Mit jener nonchalanten Eleganz, die dem Mann zu eigen war, nahm Elie de Rothschild, der polyglott parlierende Weltmann und Chef des gleichnamigen Hauses, einen tiefen Nasenzug vom 1953er Lafite-Rothschild, bevor er die Lippen genüßlich zum Schlucken spitzte und verkündete: „Wir sind der Premier unter den Premiers und werden das immer bleiben. Das ist unser Auftrag!“

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Rosé: ein Tanz zwischen Charme und Blabla in Pink

Geschrieben von: August F. Winkler

Der Sommer verändert die Körperchemie und somit auch die Bedürfnisse des Gourmets & Feintrinkers. Die schwere Bratpfanne wird jetzt öfter durch die Salatschüssel ersetzt. Scampi vom Grill, Tafelspitz, naturell in der Folie gedünsteter Fisch, Gemüsesülzen, Carpaccio und Nudeln, puristisch in Olivenöl mit Salbei oder Knoblauch herzhaft geschwenkt, sind aparte Speisen für das Mahl auf der Terrasse. Dazu passen naturgemäß Weine besonders gut, die frisch, würzig und spritzig schmecken. Kurzum: auch aus den Gläsern soll es unwiderstehlich nach Sommer duften. So wie jede Stimmung ihres speziellen Getränks bedarf, so hat auch jede Jahreszeit die ihr gemäßen Kreszenzen. Im Sommer ist die leichte Kavallerie unter den Weinen gefragt und insbesondere sind es die Rosés, die, nebenbei bemerkt, gute Partner einfacher Speisen sind.

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Kultur- versus Etikettentrinker

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Welt des Weins ist groß und jeder töricht, der diese Vielfalt nicht nutzt. Nichts ist langweiliger als jeden Tag der gleiche Lieblingswein und sei der noch so extravagant. Beim Wein ist Monogamie unangebracht, Fremdgehen hingegen eine Tugend. Und so ist man als Weinfreund wie Don Juan ständig auf der Suche nach Neuem, wobei das Schöne ist, dass man im Unterschied zu Don Juan, dem Jäger und Gejagten der Liebe, im Wein auch seine genußvolle Erfüllung findet.

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