Auwis Auslese

Flirt mit Latour, Margaux, Knoll

Geschrieben von: August F. Winkler

.. Zeltinger Sonnenuhr, Grand Puy-Lacoste & Co

Für Hermann Hesse war er der „süße Gott“, Goethe mochte keinen Tag auf ihn verzichten. Stendhal schwärmte gar vom „Wunder der heiligen Flasche“. Gemeint ist jeweils der Wein, der Jahrtausendealte Spender von Genuss & Rausch. Man schenke sich einen 1990 Château Latour ein und wird selbst als Sonntagstrinker, der bis dato noch nie einen Wein über 25 Euro getrunken hat, erleben, wie eine Woge des Glücks seinen Gaumen durchflutet. Tiefdunkelrot glänzt der Wein im Glas, aus dem erst zurückhaltend, dann immer offener und generöser ein tief geschichteter Duftstrom dringt, beginnend mit Röstaromen à la Tabak, Kaffee, Bitterschokolade sowie Kakao und zunehmend übergehend in fruchtige Noten wie Waldhimbeere, Kirsche, Cassis und getrocknete Feigen, ergänzt um Trüffel, schwarzen Keemun-Tee und Gewürzen nebst einem feinen Hauch von Minze. Das ist ein mächtiges Gewächs, ein Herr aus Pauillac, noch nicht in Vollkommenheit ausgereift, aber schon mit Hochgenuß trinkbar, nein: erlebbar.

Weiterlesen: Flirt mit Latour, Margaux, Knoll

 

Die Weinprobe: Ein genießerisches Hm sagt oft mehr als 1 000 Worte

Geschrieben von: August F. Winkler

Es ist ein grandioses Schauspiel, wie Wilhelm Haag, der famose Moselwinzer aus Brauneberg und Senior des seit 2005 von Sohn Oliver geführten Weinguts Fritz Haag, mit einem gewaltigen Schmatz einen Schluck seiner 1993er Juffer-Sonnenuhr Auslese über die Zunge zieht. Dieses gleichzeitige Schlückeln und Ansaugen von Luft klingt wie das Röcheln eines Ferrari, wenn der in einem Tunnel vom dritten auf den zweiten Gang herunter geschaltet wird. Der geballt auf Zunge und Gaumen gezogene Sauerstoff, so erklären Profis ihr schmatzendes Trinken, mache den Wein geschmacklich transparenter. Mag schon sein, daß der Luftzug die Aromen sozusagen erblühen läßt (in gleich geräuschvoller Weise wird übrigens auch Tee getestet). Auf Amateure wirkt eine solche Verkostung allerdings wie ein schwer durchschaubares Zeremoniell, vergleichbar gewissen Fruchtbarkeitsriten von Naturvölkern.

Weiterlesen: Die Weinprobe: Ein genießerisches Hm sagt oft mehr als 1 000 Worte

 

Wein: die Suche nach dem verlorenen Geschmack

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Welt schwelgt im Wein, dem Jahrtausende alten Spender von Genuß & Rausch. Gefürchtet und verdammt wird er als „Teufel Alkohol“ von jenen, die entweder keine Fähigkeit zum Genießen haben oder ihn nicht kontrolliert trinken können, hingegen gepriesen von denen, die mit Riesling, Chardonnay & Muskateller, mit Spätburgunder, Cabernet, Merlot & Syrah auf gleichermaßen genüssliche wie kultivierte Weise den heiligen Durst stillen. Der Durst ist ja eine Weltmacht und neben dem Hunger und der Liebe der getreueste Begleiter des Menschen, vermutlich auch sein hartnäckigster. Wie man ihn befriedigt, das ist, seit es Weine im Überfluß gibt, nicht nur eine Frage von Geld und Stil, von Anlaß und Stimmung, sondern mehr denn je auch ein Akt der Selektion.

Weiterlesen: Wein: die Suche nach dem verlorenen Geschmack

   

Rheingau-Festival: große kulinarische Oper vom 25. Februar bis 13. März

Geschrieben von: August F. Winkler

Auch wenn man die vergangenen 19 Festivals mittendrin erlebt und genossen hat, so reibt man sich doch auch beim 20. noch erstaunt die Augen und fragt sich, wie es der verflixt geniale H.B. Ullrich, Hausherr im Hotel Kronenschlößchen und Chef des „Rheingau Gourmet & Wein-Festival“, korrekt: Geschäftsführender Alleingesellschafter, anstellte, erneut ein derart dicht geflochtenes Genußprogramm zusammenzustellen.

Weiterlesen: Rheingau-Festival: große kulinarische Oper vom 25. Februar bis 13. März

 

Ein Hochamt des Weins mit Parker-100-Punkte-Gewächsen

Geschrieben von: August F. Winkler

Man weiß nicht, wann die Freude auf die Erde kam. Vielleicht waren schon Saurier und Urpflanzen euphorischer Gefühle mächtig. Wer weiß das schon, gewiß hingegen ist, daß sich bei mir große Vorfreude bereits beim Lesen der Menükarte dank des verheißungsvollen Titels Weltraritäten-Dinner: 100-Parker-Punkte-Weine einstellte. Die Erwartung war hoch, auch wenn die 100 Punkte von Robert M. Parker für einen Wein nicht vollautomatisch beinhalten, daß nun jeder Weinfreund quasi in dienstfertiger Ergebenheit ebenfalls für jede von diesem prominenten Kritiker absolut gekürte Kreszenz die Höchstnote ziehen müßte. Ein Eleganztrinker wird anders urteilen als ein Körpertrinker wie Parker mit dessen Faible für voluminöse Weine wie den kalifornischen 2004 Poker Face von Manfred Krankl oder den nicht minder wuchtigen 1998 Shiraz Greenock Creek von Roennfeldt Road, Australien.

Weiterlesen: Ein Hochamt des Weins mit Parker-100-Punkte-Gewächsen

   

Seite 10 von 25

<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Zitronenhuhn à la Tante Therese

Das legendäre Poulet à la Marengo und das Zitronenhuhn...

weiterlesen

Wein der Woche

2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

weiterlesen