Auwis Auslese

Neuverkorken von Weinflaschen:

Geschrieben von: August F. Winkler

gut für den Wein oder Freibrief für Fälscher?

Es war wie das Warten auf ein sehr seltenes Tier vom Schlage des Yeti. Schließlich zog Robert Revelle mit der konzentrierten Sorgfalt, die Friseurlehrlinge beim übungshalben Rasieren eines Luftballons walten lassen, den alterschwachen, porös gewordenen und bereits zum Zerbröseln neigenden Korken aus der genüßliche drei Liter fassenden Doppelmagnum 1953 Lafite-Rothschild. Dann träufelte er ein bißchen was von diesem wunderbar zarten Wein, übrigens dem feinsten des Jahrgangs, in ein Glas, roch daran, nickte befriedigt, goß die Mini-Probe retour, gab ein Tröpfchen schweflige Säure hinzu, füllte den Schwund aus einer anderen, vorsorglich geöffneten und gesunden 1953er-Bouteille auf und verschloß die Flasche mit einem neuen Korken, auf dem stand: „Rebouchage fait par le Maitre de Chai du Château en 1989.“

Weiterlesen: Neuverkorken von Weinflaschen:

 

Die Diva des Médoc: 110 Jahrgänge Château Margaux sind zu ersteigern

Geschrieben von: August F. Winkler

Am 17. Oktober, also am morgigen Samstag, inszeniert Sotheby‘s in New York (www.sothebys.com/en/auctions/list) eine spektakuläre, auf 239 Lots unterteilte Versteigerung von Weinen des Château Margaux in den Jahrgängen 1900 bis 2010, darunter große Jahrgänge, ja Legenden wie 2 000, 1996, 1990, 1983, 1982, 1961, 1953 sowie 1900 (die Flasche ist mit einem Schätzpreis von zehn- bis fünfzehntausend US-Dollar versehen – eine Summe, die wohl überboten werden wird). Die 1900er-Bouteille ist, wie viele andere Methusalems, neu verkorkt und von Corinne Mentzelopoulos, der Gutsbesitzerin, signiert worden. Laut Sotheby‘s stammen die Weine sämtlich aus dem Schloßkeller, was stimmen wird und von Bedeutung ist, weil der Markt längst von Fälschungen großer Weinjahrgänge wie 1961, 1990, auch 1982, 1983, 2000 und vor allem 1900 überschwemmt worden ist. Doch darf vermutet werden, daß in der Ära Mentzelopoulos, die 1978 mit dem Kauf des herunter gewirtschafteten Guts begann, nicht nur eine Renaissance einsetzte, sondern auch ältere Jahrgänge zugekauft worden sind.

Weiterlesen: Die Diva des Médoc: 110 Jahrgänge Château Margaux sind zu ersteigern

 

Ein Nischenwein mit Exklusivcharakter: 1985 Clos de la Coulée de Serrant

Geschrieben von: August F. Winkler

Das ist die Geschichte von einem Weißwein, der schöne Gefühle weckt und Schluck für Schluck von einem Wunder der Natur kündet: 1985 Clos de la Coulée de Serrant aus dem Hause Joly (www.coulee-de-serrant.com).

Weiterlesen: Ein Nischenwein mit Exklusivcharakter: 1985 Clos de la Coulée de Serrant

   

Federweißer: des Zechers heitere Wonne

Geschrieben von: August F. Winkler

Die Luft in den Weindörfern zwischen dem Bodensee und der Ahr, entlang Mosel, Rhein, Main und Neckar sowie in den sächsischen Rebengärten ist jetzt getränkt vom hefigen Duft des jungen Weins. Der Riesling hängt noch an den Stöcken, als spätreifende Edelsorte giert er nach Herbstsonne. Aber früh reifende Trauben wie Ortega, Gutedel, Bacchus, die Huxelrebe & Co werden bereits geerntet. Das ist die Stunde des deutschen Federweißen, des halbsüßen Babyweins der Ernte 2015. Die durch den Gärprozess frei werdenden Aromen dringen nun wie Parfum durch alle Kellerluken ins Freie, so dass man schon vom Einatmen beschwipst wird. Und der Weinfreund leckt sich die Lippen wie Kater, die Käse riechen, denn der munter säuselnde, milchigweiße Federweiße ist die erste flüssige Gabe des Herbstes. Er schmeckt süßlich, hefig, betont nach Kohlensäure - und am besten direkt vom Fass gezapft in den Weinanbaugebieten.

Weiterlesen: Federweißer: des Zechers heitere Wonne

 

Frauen und Wein:

Geschrieben von: August F. Winkler

von versoffenen Krugsurscheln und sternhagelvollen Hofdamen

In der Antike galt es für Frauen als unschicklich, Wein zu trinken. „Unsere Frauen trinken mit männlicher Freiheit und durchzechen die Nächte mit gefüllten Bechern“, klagte Lucius Seneca schon im ersten christlichen Jahrhundert über die Trinklust der Römerinnen. Hingegen gaben sich die Männer den Gelagen ohne Bedenken hin. Allenfalls speziell bereitete Süßweine – nach heutiger Definition gepanscht zu nennen – sowie sogenannte „Nachweine“ mit wenig Alkohol waren den Frauen erlaubt. Im Rom des Romulus, wo Wein selten war und Milch das Hauptgetränk, soll sogar Männern vor dem 35. Lebensjahr der Weingenuß nicht gestattet gewesen sein. Frauen war zu jener Zeit der Wein total verboten; angeblich hat Romulus dieses Gesetz aus Alt-Latium übernommen und das Vergehen mit der Todesstrafe geahndet wie den Ehebruch, der schlicht als eine Folge des Trinkens angesehen wurde.

Weiterlesen: Frauen und Wein:

   

Seite 10 von 24

<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Journal bekommen!

Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

weiterlesen

Gericht der Woche

Seezungenröllchen mit Schnecken und Gnocchis

Zutaten, berechnet für vier Personen: 8 Seezungenfilets; 400 g...

weiterlesen

Wein der Woche

1996 Gevrey-Chambertin Clos St. Jacques 1er Cru, Armand Rousseau, Burgund

Dunkelrubin fließt der Wein mit seidigem Glanz ins Glas und entfaltet im Nu sein betörendes, vielschichtig ziseliertes Bukett mit...

weiterlesen