Auwis Auslese

Fattoria Nittardi: Weingenuß mit Chianti Classico, Riserva und Nectar Dei

Geschrieben von: August F. Winkler

Ort der Handlung war das schöne Hotel Kronenschlößchen in Hattenheim, wo am 4. März 2017 im Rahmen des Rheingau Gourmet- und Weinfestivals insgesamt 12 Weine der toskanischen Fattoria Nittardi entkorkt worden sind: je vier Gewächse der drei Kategorien Chianti Classico, Riserva Selezionata und Nectar Dei in Jahrgängen zwischen 1995 und 2014, überwiegend aus der Magnum. Präsentiert worden sind die Gewächse von Léon Femfert, der als Sohn der Eigner – Dr. Stefania Canali und Peter Femfert - das Gut führt. In den letzten drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts waren die Weinfreunde in die „Ente“ nach Wiesbaden gepilgert, ins Hamburger „Le Canard“ oder den „Königshof“ in München, wo große Verkostungen im Dutzend stattgefunden haben, doch inzwischen hat HB Ullrich, der Hausherr und Gentlemanhotelier, sein Kronenschlößchen zu einer Drehscheibe für attraktive Weinproben gemacht.

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Genußatelier: 2008 Cuvée Mo Brut Nature Schloßgut Diel, Nahe

Geschrieben von: August F. Winkler

Zu den großen Wahrheiten des Lebens zählt die Erkenntnis, daß die Lady wie der Gentleman ohne Ansehen von Tageszeit, Wetter und Stimmung eines immer trinken können: Champagner – oder Sekt, der in Duft wie Geschmack weit über das bei deutschen Schaumweinen übliche Niveau hinausragt, bildhaft zu vergleichen mit einer Palme und einer Petersilie. Letztere symbolisiert die millionenfach erzeugten Sekte, wohingegen die Cuvée Mo für die stolze Palme steht; sie ist der Prestige-Schäumer des Weinguts und eine Hommage an Monika, die Herzenswärme und Fröhlichkeit ausstrahlende Frau von Armin Diel und Mutter von Caroline, die inzwischen das Haus führt.

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Château Margaux: Wechselbad zwischen Hochgenuß und Enttäuschung

Geschrieben von: August F. Winkler

„Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse!“
Salvador Felipe Jacinto Dali i Domènech, 1904-1989

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Primeurs 2016: Pro und Contra Subskription

Geschrieben von: August F. Winkler

Im Bordelais herrscht Euphorie, also: Hereinspaziert, der Vorhang ist hochgezogen, die Bühne bereit für die rituelle Marathon-Verkostung des Jahrgangs 2016. Wie alljährlich im Frühling fällt auch diesmal eine erkenntnisdurstige Rotte von Journalisten und Händlern aus aller Welt ein, um den neuen Wein zu verkosten und darüber mehr oder weniger sachlich, mehr oder weniger blumig zu berichten. Diesmal ist, offiziös beginnend am 3. April, naturgemäß der 2016er das aktuelle Objekt der Begierde - ein Wein, dem bereits Lobeshymnen gesungen werden. „Mit dem, was wir heute in den Fässern haben, können wir von einem großen Jahrgang sprechen“, jubelt Olivier Bernard, Chef der Domaine de Chevalier. Und Bernard Magrez (Château Pape Clément) bewertet - wie übrigens auch sein Kollege von Château Angelus - den 2016er ähnlich hoch wie das Duo von 2009 und 2010; bei Angelus spricht man dank eines idealen Wetterverlaufs poetisch verklärt von einem "A-la-carte-Jahrgang der strahlenden Art".

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Genußatelier: Zellenkur für müde Weine und Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

Ein kleiner Trick aus dem Nähkästchen, wie man melancholisch und etwas müde gewordenen Rotwein mit neuem Leben erfüllt: man reichert ihn mit einer kleinen Dosis Portwein an. Dafür eignet sich gut ein junger Vintage oder hochwertiger zehnjähriger Tawny (Taylors, Fonseca, Ramos Pinto). Sinn hat diese Methode selbstverständlich nur, wenn es sich beim Wein nicht um ein Gewächs handelt, das von Haus aus schon seicht war oder bereits derart altersschwach ist, dass keinerlei Auffrischung mehr nützt.

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