Champagner

Schampus und Kapital: Dom Perignon und der Luxus - Genuß oder Hybris?

Geschrieben von: August F. Winkler

„Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut, sondern das Gegenteil von Gewöhnlichkeit“
(Coco Chanel)
„Zuviel von einer guten Sache kann einfach wundervoll sein“
(Mae West)

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Champagner zum Essen ist wie Mozart im Mai

Geschrieben von: August F. Winkler

Das „Faschierte vom Kalb auf Radieschen“, mit dem im Münchner „Tantris“ ein exzellentes Champagne-Mahl begann, war eigentlich die beste Frikadelle, die man sich vorstellen kann. Küchenchef Hans Haas hatte diese köstliche Vulgarität so feinsinnig gewürzt, daß sich eine perfekte Liaison mit der aus der1,5 Liter fassenden Magnumflasche eingeschenkten 1988er La Grande Dame ergab, der grazilen, nach Zitrusfrüchten, Blumen und Nüssen nebst einem aparten Hauch von Honig duftenden Prestige-Cuvée von Veuve Clicquot. Die hat noch einige köstliche Jahre vor sich, und schon flüstert Heinz Winkler, der Vorgänger von Haas und heutige Patron der schönen Dreisterne-Residenz in Aschau, begeistert: “Der würde auch gut zu Kaviar passen.“

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Kleine Schampus-Meinung: Cava und Champagner

Geschrieben von: August F. Winkler

Cava Kripta_08Champagner schmeckt, klar, auch unter andalusischer Sonne, aber wenn man in Marbella ist, empfiehlt sich auch ein Flirt mit spanischem Prickel. Über heitere Delikatesse verfügt beispielsweise der Rosé von Juvé y Camps, ein Brut aus Pinot noir. Die kirschrote Farbe täuscht, der Cava schmeckt nicht, wie viele andere Schaumweine in diesem dunklen Rosa, schwülstig, ja kitschig vordergründig nach Beeren, sondern erfreut mit klarer, eher schlanker Struktur und hat eine feinherbe Art mit Duft- und Geschmacksnoten von roter Johannisbeere, Herzkirsche und rosa Pampelmuse, flankiert von etwas Rose nebst einem zarten Anflug von Marzipan (Preis vor Ort: um die elf Euro).

Juve y_Camps_RoseAuch ein Cava Kripta 2002 wird entkorkt: Feines Perlen, finessiges Bukett, zusammengesetzt aus Strauchblüten, gelben Früchten und einem zartsüßlichen Hauch von Brioche. Mittelschwerer Körper, weich und mild angelegt von gefälligem Charakter. Trinkt sich angenehm, hat Charme, aber was fehlt, das ist Tiefe mit Nachhaltigkeit. Nicht fehlt ein stolzer Preis um die 50 bis 60 Euro.

Oft ist selbst in Weinmagazinen zu lesen, daß dieser Sekt und jener Schaumwein dem Champagner ebenbürtig sei. Bitte sehr, es gilt das Prinzip des subjektiven Geschmacks und dies selbst für jene österreichische Journalistin, die in einer Art „Genußmagazin“ vorlaut schrieb: „Ohne die werten Franzosen beleidigen zu wollen, unser österreichischer Schaumwein schmeckt mir besser.“ Ich lasse mal die Standardcuvées von Moet & Co beiseite, die unsere Sinne ja wirklich nicht jedes Jahr erfreuen, aber schon beim Vergleich mit Non-Vintages wie dem Roederer Brut Premier, Gosset Grande Reserve, Deutz, Pol Roger, Bollinger, Joseph Perrier, Drappier, Mailly und Winzerchampagner wie etwa von Egly-Ouriet, Vilmart, Bernard Tornay, Sophie Dethune oder Marie-Noelle Ledru, um einige meiner Favoriten zu nennen und ganz zu schweigen von Stars wie Cristal, Comte de Champagne, Dom Perignon, Krug, Amour de Deutz, Salon oder dem gewaltigen Sir Winston Churchill von Pol Roger, verweisen solche Aussagen ins rhetorische Gerümpel; sie wirken, als streife sich jemand ein Hundefell über, um mit einem lauten „Wau-wau“ die Kellermeister der Champagne zu erschrecken.
   

Champagner-Steckbriefe von Ayala bis Veuve Clicquot

Geschrieben von: August F. Winkler

Ayala
Das in Ay residierende, in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Haus steht für solide Cuvées von weiniger Rasse. Der mit knapp acht Prozent Restzucker angenehm trockene Brut ohne Jahrgang ist geprägt von ca. 75 Prozent roten Trauben: voller Körper, frisch, harmonisch (ca. 24 Euro). Finesse zeichnet den langlebigen Blanc de Blancs aus (Heublumen, Mineralien, Zitrus, Hauch Brioche), Eleganz die Jahrgangscuvée (ca. 75 Prozent Pinot Noir, 25 Prozent Chardonnay).

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Champagner: Diva zwischen Hochgenuß und Enttäuschung

Geschrieben von: August F. Winkler

Prosit Neujahr! Das ist der Schlachtruf für Optimismus. Millionen Feintrinker werden ihn an den Festtagen und speziell Silvester hoffnungsvoll erklingen lassen und dann genüßlich die Lippen spitzen. An keinem anderen Tag wird mehr Schampus getrunken. Zwar hat diese Primadonna des Weins das Getto des Elitären längst verlassen: Champagner fließt heute auch an den Theken der Kaufhäuser und bei bürgerlichen Jubiläen. Aber der Name hat immer noch einen besonders animierenden Klang. Wer Champagner trinkt, fühlt sich festlich – und aufs Heiterste animiert.

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