Wein der Woche

2003 Château Latour, Médoc

Geschrieben von: August F. Winkler

2003 Château Latour, Médoc

Was ist der beste Wein der Welt? Das ist eine Frage von hollywoodesquem Format, oft gestellt, niemals zu beantworten und deshalb ermüdend. Abgesehen davon, daß sich weiße nicht gegen rote Gewächse, trockene nicht direkt gegen edelsüße Kreszenzen wertend vergleichen lassen, ist Weintrinken – wie alles, was mit Kultur und zumal Ästhetik zu tun hat – eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der eine ist ein Körpertrinker, der liebt die kraftvollen Gewächse, kein Wein kann ihm wuchtig genug sein. Der andere ist ein Eleganztrinker, der im Wein die zarten Töne schätzt. So individuell wie die Weine sind eben auch die Trinker – und das allein erklärt schon oft die Unterschiede in der Bewertung.

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2006 Roederer Brut nature, Champagne

Geschrieben von: August F. Winkler

2006 Roederer Brut nature, Champagne

Die Pracht hat viele schöne Seiten. Eine davon habe ich kürzlich dank Rudolf Knickenberg, dem Chef der Weinhandelsfirma Schlumberger (www.schlumberger.de), auf angemessene Weise im Restaurant von Hans-Stefan Steinheuer kennengelernt – angemessen, weil Steinheuer nicht nur grandios aufkocht, sondern als einer der wenigen Spitzenköche auch viel von Wein versteht (www.steinheuers.de). Die Pracht war und ist eine brandneue Cuvée aus dem Hause Roederer namens Brut nature 2006: ein Champagner, der undosiert, also sozusagen nackt wie von der Natur geschaffen, in die Flasche gefüllt worden ist, deren Etikett als kleines ästhetisches Bonbon obendrauf der weltberühmte Designer Philippe Starck gestaltet hat.

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2013 Red Roses, Weinlaubenhof Kracher, Burgenland

Geschrieben von: August F. Winkler

2013 Red Roses, Weinlaubenhof Kracher, Burgenland

Die Region um den Neusiedlersee ist so etwas wie das Sauternes von Österreich und Gerhard Kracher ihr Prophet. Keiner ist international berühmter für seine edelsüßen Gewächse. Herr Parker beehrt die Kracher’schen Trockenbeerenauslesen notorisch mit Punkten nahe der Hundert. Und keiner ist gewiefter in der Präsentation seiner Weine und der Darstellung seiner selbst wie der sympathische Mann aus Illmitz im östlichen Seewinkel, der alles Schöne liebt, aber auch, angetrieben von unrastiger Neugierde, stets nach neuen Herausforderungen sucht. Eine köstliche Novität ist der „Red Roses“ vom Jahrgang 2013, edelsüß als Beerenauslese gekeltert aus der Rebsorte Rosenmuskateller mit knapp 120 Gramm Restzucker bei 7,4 Gramm Säure und 13 Grad Alkohol (cirka 19 Euro ab Hof in der 0,375-Liter-Flasche).

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1978 Château Labegorce, Margaux

Geschrieben von: August F. Winkler

1978 Château Labegorce, Margaux

Jeder gute Wein erschließt dem Genießer eine sinnliche Welt, die leise Zärtlichkeit ebenso umfasst wie gewaltige Leidenschaft. Und gut ist jeder Wein, der authentisch ist, also typisch für regionale Herkunft, Rebsorte und Jahrgang. Jeder Schluck ist dann eine beglückende Begegnung mit Farben, Düften und 1001 Aromen. Nach solchen Gewächsen – ob Kathedrale oder Kapelle – ist man als Weinfreund wie ein Don Juan ständig auf der Suche, wobei das Schöne ist, dass man im Unterschied zu Don Juan, dem Jäger und Gejagten der Liebe, im Wein auch seine genussvolle Erfüllung findet – wie im 1978er Château Labegorce.

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2011 Sekt Rosé, Feiler-Artinger, Rust

Geschrieben von: August F. Winkler

2011 Sekt Rosé, Feiler-Artinger, Rust

Man kennt sie, die hochmütig geschwungene Augenbraue des Schampus-Trinkers gegenüber dem Sekt. Auch mir ist diese Variante der Körpersprache nicht ganz fremd, und ich verrate kein süßes Geheimnis mit dem Bekenntnis, daß mir Champagner, erstklassiger notabene, ein geliebtes Getränk ist. Aber es gilt zu differenzieren, zumal Sekt und Champagner, beides schaumgeborene Kinder des Weins, einander nicht konkurrierend gegenüberstehen, sondern eher ergänzend.

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