2006 William Deutz, Champagne

2006 William Deutz, Champagne

Hellgolden tänzelt der Wein ins Glas und charmiert die Nase im Nu mit einem raffiniert geflochtenen Aromenstrauß aus gelben Früchten, weißer Johannisbeere und kleiner reifer Walderdbeere, ergänzt um Mandelblüte, getrockneter Papaya, Sanddorn und ein bißchen Brioche nebst einem zarten Hauch von Bratapfel sowie weißer Schokolade. Auch geschmacklich treten diese Aromen auf, zusätzlich empfehlen sich Haselnüsse und eine dezente, für Frische sorgende Zitrusnote. Der von feinen Fruchtnoten geprägte Körper ist kraftvoll gebaut, dabei geschmeidig, feinst gerundet, vielschichtig ziseliert, jung und von nachhaltigem Geschmack.

Deutz William_2006Es ist ein eleganter Champagner, ja einer mit Brillanz, gerade das Rechte an einem Tag, an dem man sich etwas Gutes tun will, ob als Aperitif oder zu einem Mahl mit Fisch, Carpaccio, sanft gebratenem Kalbsbries, Jakobsmuschel, Sushi, Ceviche, Hummersalat, Sülzen und Pasteten. Das 1838 von Deutschen in Ay gegründete Haus gehört seit 1993 zum Roederer-Imperium und wird ab 1996 höchst erfolgreich geführt von Fabrice B. Rosset. Rosset war es, der Deutz aus einer leichten Schwächephase heraus in die Erstklassigkeit geführt hat. Geschätzt und berühmt ist Deutz für Cuvées von klarer, finessig angelegter Stilistik.

Die Basis des Repertoires ist der Brut Classic, ein feiner Aperitif, komponiert aus je einem Drittel Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Rasse und Finesse kennzeichnet die Blanc de Blancs genannten Chardonnay-Cuvées; das sind allesamt Juwelen mit Brillanz. Vielschichtige Raffinesse ist die Haupttugend des „William Deutz“, dessen Jahrgangs-Cuvées in der Regel zu einem guten Drittel aus Chardonnay bestehen (der William Deutz Rosé wird rein aus Pinot Noir gekeltert).

Subtile Finesse zeichnet das jüngste Kind des Hauses aus, poetisch „Amour de Deutz“ genannt. Dieser reine Chardonnay (die Trauben entstammen besten Crus aus Mesnil sur Oger, Avize und Villers Marmery) besticht durch Noten à la gelben und zitronigen Früchten (Weinbergspfirsich, Orange, Kumquat), frischen Mandeln, weißen Blüten und Nüssen nebst etwas Vanilleschote. Diese Cuvée ist in einer Auflage von nur 15 000 Flaschen erstmals vom Jahrgang 1993 hergestellt und 1999 dem Markt präsentiert worden, wenige Jahre später folgte der Amour de Deutz Rosé.

2002 Deutz Blanc de Blancs, Champagne

Die Nase nimmt weiße Blüten wahr, des Weiteren ungeröstete frische Mandel und einen feinen Hauch von Apfel nebst ein wenig Brioche. Auch geschmacklich treten diese Aromen auf, zusätzlich sind weiße Johannisbeeren wahrzunehmen. Der von feinen fruchtigen sowie mineralischen Noten geprägte Körper ist kraftvoll gebaut, dabei geschmeidig und vielschichtig ziseliert. Ein eleganter Chardonnay aus einem hochklassigen Jahrgang.

Bekanntlich pflegt jedes renommierte Champagne-Haus eine sogenannte Prestige-Cuvée als eine Art Nonplusultra seiner Leistungsfähigkeit. Bei Roederer nimmt der „Cristal“ diese Rolle ein, nebenbei bemerkt ist es die älteste Prestige-Cuvée, 1876 exklusiv für den russischen Zaren kreiert in der transparenten Flasche. Moet & Chandon glänzt mit dem millionenfach produzierten „Dom Perignon“, Pol Roger setzt auf den „Sir Winston Churchill“, Veuve Clicquot auf die „Grande Dame“. Bei Taittinger ist es der „Comtes de Champagne“, ein brillanter Blanc de Blancs. Gosset offeriert seinen „Celebris“, ein Bündel aus Kraft und Eleganz. Perrier-Jouet setzt auf seinen „Belle Epoque“ (früher war es der extra feine „Blason de France“), Laurent-Perrier hat den „Grand Siècle“ im Programm. Und Deutz brilliert gleich mit zwei Prestige-Cuvées, nämlich William und Amour. (www.champagne-deutz.com)

Deutz 2002

Champagner muß in Strömen fließen

Egal, aus welcher Flasche der Korken hüpft, getrunken werden sollte Champagner niemals schluckerlweise wie Wein. Das ist der halbe Genuss. Schampus muss in Strömen fließen. Zwei, drei kleine Schlückchen in einem Zug sind der rechte Rhythmus, um die Sinne anzuregen und den Kreislauf zu animieren. Das stimuliert auch Emotionen, aber bitte, nichts ist angenehmer und macht die Menschen schöner sowie geistreicher als ein süßer kleiner Champagnerschwips. Das meinte wohl auch Catherine Deneuve mit ihrem poetischen Bekenntnis: „Der erste Schluck - und du sitzt auf einer rosa Wolke und beginnst zu schweben.“

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